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Offene Räume im Wiesbadener Jobcenter

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Von: Andrea Rost

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Helle Räume, viel Grün und Computerarbeitplätze, um nach freien Stellen zu suchen, gibt es im Bewerbungszentrum in der Mainzer Straße 101.
Helle Räume, viel Grün und Computerarbeitplätze, um nach freien Stellen zu suchen, gibt es im Bewerbungszentrum in der Mainzer Straße 101. © Rolf Oeser

Am neuen Verwaltungsstandort in der Mainzer Straße wurden Open-Space-Konzepte verwirklicht. Für die Beschäftigten des kommunalen Jobcenters, aber uch für ihre Klientinnen und Klienten

Der rote Teppich ist gestern in der Mainzer Straße 101 ausgerollt. Oberbürgermeister Gert- Uwe Mende (SPD) ist da, Sozialdezernent Christoph Manjura (SPD) und der Bauherr und Eigentümer des Neubaus, Götz Diehl. Sie alle sind zur Eröffnung des neuen Standortes für das kommunale Sozialleistungs- und Jobcenter gekommen. Gleichzeitig wird Richtfest für den vierstöckigen Gebäudekomplex gefeiert. Das Fest zum Abschluss der Rohbauarbeiten musste 2020 wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Bereits Mitte September sind 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wiesbadener Jobcenters umgezogen, viele von ihnen hatten zuvor ihren Arbeitsplatz in der Konradinerallee 11, darunter auch die Fallmanager:innen für die östlichen Stadtteile. Im Jobcenter werden Menschen in allen Fragen betreut und beraten, die mit Dienstleistungen nach dem Sozialgesetzbuch SGB II zusammenhängen. Es geht um Arbeitslosengeld II, Wohngeld, Hilfe für Alleinerziehende oder für Familien, die wenig Geld haben. „Viele dieser Themen sind schambesetzt, die Menschen tun sich oft schwer, zu uns zu kommen, die Hürden sind hoch“, sagte Barbara Özbek vom internen Kommunikationsteam bei einer Führung durch den Neubau. Deshalb sei eines der Ziele gewesen, Hemmschwellen abzubauen und Räume zu schaffen, in dem sich die Klientinnen und Klienten wohl fühlten.

Bestes Beispiel ist das Bewerbungszentrum, das sich gleich rechts neben dem Eingang befindet. Es ist im Stile eines Open-Space-Office gestaltet mit Möbeln in Blau, Weiß und Anthrazit und einer Menge frischer Grünpflanzen. Zehn Computerarbeitsplätze sind in dem großen, hellen Raum verteilt. Arbeitssuchende können dort nach offenen Stellen recherchieren. Es gibt zwei schallgeschützte Telefonboxen mit Videoanschluss und mehrere Beratungsstationen, an denen sich Klientinnen und Klienten mit ihren „Perspektivenvermittler:innen“ treffen können, wie die Fallmanager:innen in der Mainzer Straße 101 jetzt genannt werden.

Für Eltern, die ihre Kinder ins Jobcenter mitbringen, gibt es einen eigenen Raum im Erdgeschoss, in dem neben Beratungsinseln und PC-Tischen auch eine Spielecke und ein Maltisch für die Kleinen eingerichtet sind.

Das Konzept des „New Work“, also das Arbeiten in großen offenen Büroräumen mit Stillarbeitsplätzen, schallisolierten Telefonboxen, Besprechungsinseln für Konferenzen sowie integrierten Teeküchen ist im Neubau an der Mainzer Straße auch für die Beschäftigten des kommunalen Jobcenters zum Standard geworden. Selbst Führungskräfte buchten sich in die „Open Spaces“ ein, berichtete Barbara Özbek. „Das gemeinsame Arbeiten erleichtert die Kommunikation.“ Für Gespräche mit Klient:innen stünden zusätzlich weiterhin Einzelbüros zur Verfügung.

„Wir wollen an dem neuen Verwaltungsstandort eine Vision für neue Wege in der Arbeitsvermittlung verwirklichen“, sagte Oberbürgermeister Mende. „Es ist mir ein Anliegen, den sozialen Zusammenhalt in Wiesbaden voranzubringen.“ Gleichzeitig mache das Open-Space-Konzept die Stadt als Arbeitgeber interessant. „Wir probieren hier über Best Practice aus, wie das gut funktionieren kann“, sagte der Rathauschef und ließ durchblicken, dass das Arbeiten in offenen Räumen auch für andere Ämter der Stadtverwaltung zum Vorbild werden könnte.

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