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Warten auf Gäste: Viele Hotelzimmer stehen zurzeit leer.
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Warten auf Gäste: Viele Hotelzimmer stehen zurzeit leer.

Wiesbaden

Nur noch halb so viele Übernachtungen in Wiesbaden

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Hotels leiden stark unter der Corona-Pandemie. Dorint kämpft ums Überleben.

Wiesbaden ist ein beliebtes Touristenziel. Der Neroberg, die russische Kapelle, das Landesmuseum, die Spielbank, die Lokale in der Innenstadt und vieles mehr zieht Gäste aus Deutschland und dem Ausland an. Acht Jahre hintereinander toppte die Landeshauptstadt die Tourismuszahlen des Vorjahres. Mehr als 1,2 Millionen Übernachtungen verzeichnet das städtische Amt für Statistik, das die Zahlen des Statistischen Landesamts aufbereitet hat, für 2019 – ein Spitzenwert. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung jäh gestoppt. 2020 halbierten sich die Übernachtungszahlen fast auf 650 000.

Die Wiesbadener Hotels hat die Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Noch immer ist es ihnen untersagt, Touristen zu beherbergen, nur Geschäftsreisende dürfen übernachten. Aber das Rhein-Main-Congress-Center (RMCC) darf weder Messen noch Tagungen veranstalten.

Das Dorint-Hotel gegenüber dem RMCC hat daher zahlreiche Etagen geschlossen. Es fehlten 80 Prozent der Gäste, sagt Direktor Carsten Dressler auf Anfrage. 80 Prozent der Mitarbeiter befänden sich in Kurzarbeit. Dressler klingt sehr besorgt. „Wir kämpfen“, gibt der Direktor zu.

Das Hotel Oranien und Residence hat es nicht ganz so schlimm gebeutelt. „Das Jahr 2020 war dramatisch“, räumt Geschäftsführer Gerald Kink zwar auf Anfrage ein.

Tourismus

Hessenweit verzeichneten die Hotelbetriebe im vorigen Jahr 18,5 Millionen Übernachtungen. 2019 lag die Zahl doppelt so hoch.

Wiesbaden besuchten 2020 rund 256 000 Gäste, die sich 654 564 Nächte in den Hotels einmieteten.

Wegen Einschränkungen der Reisemöglichkeit blieben sie länger. Gäste aus dem Inland 2,6 Nächte (2019: 2,1) und dem Ausland 2,3 Nächte (2,1). mre

Aber dank der Kurzarbeitsregelungen und Überbrückungshilfen habe er sein Personal halten können. Und der Sommer sei nicht so schlecht gewesen. Genaue Angaben über die Geschäftszahlen seines Hauses möchte er nicht machen. „Aber die Zahlen des Amts für Statistik sind belastbar“, sagt er. Also läuft es im Oranien auf halb so viele Übernachtungen wie 2019 hinaus.

Kink ist auch Präsident des Hotel- und Gastronomieverbands. „Die größeren Unternehmen trifft es härter, weil sie die Überbrückungshilfe II nicht beanspruchen durften“, sagt er. Das Oranien hingegen gehört keiner Kette an. Allerdings überlegten sich kleinere Betriebe, ob sie unter diesen Umständen weiterarbeiten sollten, berichtet Kink. Dazu passt die Information des Statistikamts, dass sich seit 2019 die Zahl der Hotels und Pensionen von 83 auf 76 reduziert habe. Die Zahl der Betten habe um etwa 800 abgenommen.

Die Entwicklung in Wiesbadens liegt im Hessentrend. Die Übernachtungen in Hotels und Pensionen in Hessen hätten sich um 48 Prozent verringert, heißt es in der Mitteilung. Besonders stark sind die Besuche aus dem Ausland eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Wiesbaden-Reisenden 2020 um fast 60 Prozent. Bei Touristen aus den USA, der größten Besuchergruppe, verzeichnet die Statistik ein Minus von 50 Prozent.

Die zweitgrößte Gruppe kommt aus den arabischen Golfstaaten; sie hat um 68 Prozent abgenommen. Die Gästezahlen aus Großbritannien und Österreich gingen in ähnlicher Größenordnung zurück. Europäisches Land mit den meisten Wiesbaden-Touristen sind die Niederlande.

Trotz dieser deprimierenden Entwicklung geht die Wiesbaden Congress- und Marketing-Gesellschaft von einem Neustart aus, sobald die Reisebeschränkungen aufgehoben werden. Die Werbung für Aufenthalte in der Landeshauptstadt liefen schon. Von der zweiten Jahreshälfte an seien auch wieder Veranstaltungen für die Reisebranche geplant. Auch Roland Szeremlei, Direktor des Hotels Radisson Blu Schwarzer Bock, baut darauf, dass Messegeschäfte und Tagungen bald wieder erlaubt sind. Er sagt, er schaue „vorsichtig optimistisch“ in die Zukunft.

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