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Noch dürfen VW und Audi in die Umweltzone

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Von: Arne Löffel

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Stadtverwaltung wartet auf Signal von Bund oder Land / Amtsleiter hofft auf Rückruf-Aktion.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) spricht sich in einer Pressemitteilung dafür aus, die logische Konsequenz aus dem Abgasskandal von VW zu ziehen und Autos mit manipulierten Abgaswerten die Einfahrt in die Umweltzone der Landeshauptstadt zu versagen.

„Wenn die Abgaswerte im Realbetrieb eingehalten würden, könnten die Umweltzonen wesentlich effektiver sein als bisher angenommen. Das könnte noch verstärkt werden, wenn Dieselfahrzeuge mit manipulierten Abgasangaben nicht in die Umweltzonen einfahren dürfen“, schreibt Hanjo Hubitsch, Vorstandsmitglied des BUND Wiesbaden, in einer Pressemitteilung.

Die bisherige Praxis, dass die manipulierten Dieselfahrzeuge der Marken VW und Audi in die Umweltzone einfahren dürfen, wertet Hubitsch als einen „Anschlag auf die Gesundheit der Stadtbevölkerung“. Joachim Mengden, Leiter des Wiesbadener Umweltamts, beobachtet den Abgasskandal allein von Amtswegen genau. Er sieht die grundsätzliche Problematik, wartet aber auf ein klares Signal von der Bundes- oder der Landesregierung.

Grüne Plakette ergaunert

„Im Moment ist es so, dass alle Fahrzeuge in die Umweltzone dürfen, die eine grüne Plakette haben“, so Mengden auf Anfrage. Ob den manipulierten VW und Audi diese Plakette aberkannt wird oder nicht, liege nicht im Entscheidungsbereich des Wiesbadener Umweltamtes. „Wir warten da genauso ab wie viele Bürger“, so Mengden. Viel hänge seiner Meinung nach von der angekündigten Rückruf-Aktion der manipulierten Fahrzeuge ab. „Man kann ja anscheinend nachrüsten, zum Teil mittels eines Software-Updates“, erklärt Mengden.

Der BUND fordert in seiner Pressemitteilung schnelles Handeln und weniger Vertrauen in die Industrie, die Implementierung „eigener Immissionsmessungen und Berechnungen mit realen Abgaswerten“.

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