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Nobelpreisträger Klaus von Klitzing gehört zu den Porträtierten.
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Nobelpreisträger Klaus von Klitzing gehört zu den Porträtierten.

Wiesbaden

Nobelpreis-Formel auf der Hand

  • VonDiana Unkart
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Das Kunsthaus in Wiesbaden zeigt die Ausstellung „Faszination Wissenschaft - Fotos von Herlinde Koelbl“. Noch bis zum 31. Oktober ist sie zu sehen.

Als die renommierte Fotografin und Dokumentarfilmerin Herlinde Koelbl vor fünf Jahren begann, 60 Spitzenforscher:innen aus aller Welt zu befragen und zu porträtieren, da konnte sie nicht ahnen, wie wichtig es schon ein paar Jahre später sein würde, für die Bedeutung von Wissenschaft zu werben. Seitdem hat eine Pandemie die Welt verändert und die Zahl der Skeptiker:innen deutlich zugenommen. Koelbls Ausstellung „Faszination Wissenschaft“, die noch bis Ende Oktober in der Kunsthalle in Wiesbaden gezeigt wird, ist eine gute Werbung, weil sie eingängig und prägnant ist, Kunst und Wissenschaft verbindet und so eine andere Seite von Letzterer beleuchtet.

60 Schwarz-Weiß-Porträts zeigen herausragende Wissenschaftler:innen, Nobelpreisträger:innen, Menschen, die sich dem einen großen Thema widmen, das ihr Berufs- und oft auch das Privatleben bestimmt. Allen diesen Menschen, sagt Herlinde Koelbl, sei es gemein, dass sie eine unbändige Neugier antreibe und dass sie sich auch von Rückschlägen nicht beirren ließen. Während der Eröffnung in Wiesbaden kommt sie auf Stefan Hell zu sprechen, dem 2014 gemeinsam mit zwei anderen Forschern der Nobelpreis für Chemie verliehen wurde. An 30 Universitäten habe er sich erfolglos beworben. Aber aufzugeben sei für ihn nicht infrage gekommen.

Begleitprogramm

Am Donnerstag, 30. September, ab 18 Uhr in der Kunsthalle, gehen Herlinde Koelbl, Peter Forster, Kustos am Museum Wiesbaden, und Professor Stefan Offermann, Direktor am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, der Frage nach: „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bild – Kunst, Ehrung, Inszenierung?“

„Ein Leben für die Wissenschaft“ lautet der Titel einer Veranstaltung, die am Donnerstag, 14. Oktober, um 18 Uhr beginnt. Die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie spricht mit der Wissenschaftsjournalistin Monika Seynsche (Deutschlandradio). Es gibt einen Livestream bei www.mpg.de/veranstaltungen.

Herlinde Koelbl führt am Sonntag, 24. Oktober, um 15 Uhr durch die Ausstellung.

Anmeldungen für das Rahmenprogramm sind montags bis freitags zwischen 10 und 12 Uhr unter 0611/319002 möglich.

Die Ausstellung läuft bis zum 31. Oktober und kann dienstags, mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr und donnerstags von 11 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt besichtigt werden. diu

Herlinde Koelbl charakterisiert sich als „Menschenforscherin“. „Menschen sind das Spannendste, was es gibt.“ Die Künstlerin studiert ihr Gegenüber, möchte wissen, wie es denkt, was es antreibt, was es fühlt. Auf die Gespräche mit der Forschungselite rund um den Globus, die sie zunächst erst einmal definieren musste, hat sie sich akribisch vorbereitet. Und schließlich hat sie diese Menschen gebeten, die Essenz ihrer Forschungen, ihre Philosophie oder die Formel, für die es den Nobelpreis gab, auf die Handinnenfläche zu notieren.

Da ist zum Beispiel der deutschamerikanische Biochemiker und Nobelpreisträger Thomas Südhof. „Synapses rule!“ hat er notiert. Er forscht seit vielen Jahren über die Schaltstellen des menschlichen Nervensystems. Oder Osier Faith: Die kenianische Kinderärztin und Immunologin hat in Versalien geschrieben „MAKE MALARIA HISTORY“.

Frauen sichtbar machen, das möchte die Fotokünstlerin. Deswegen habe sie sich auf die Suche begeben. Mehr als 20 der Porträtierten sind Frauen. Alle Forschenden hätten mit großer Freude mitgemacht, erzählt Koelbl in Wiesbaden. Das sei noch eine Gemeinsamkeit. Einer der Forscher habe es so ausgedrückt: Man dürfe nie den Spieltrieb verlieren.

Die Kunsthalle in Wiesbaden ist nach der Eröffnung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften der zweite Ort, an dem die Ausstellung „Faszination Wissenschaft“ gezeigt wird. Sie wird dort noch bis 31. Oktober zu sehen sein.

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