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Auf den Nikolaus gekommen

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Von: Ute Fiedler

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Nikolaus-Fan Florian Schiesser präsentiert einen Teil seiner Kollektion.
Nikolaus-Fan Florian Schiesser präsentiert einen Teil seiner Kollektion. © Michael Schick

Florian Schiesser besitzt 387 Weihnachtsmänner, aber ein Sammler sei er nicht, sagt er. Seine Nicht-Sammelstücke sind nun in Rambach zu sehen.

Wenn man Florian Schiesser aus dem Wiesbadener Stadtteil Rambach fragt, ob er ein Nikolaussammler sei, antwortet der 33-Jährige etwas widerwillig: Für den guten Zweck lasse er sich so bezeichnen. Aber ein richtiger Sammler, nein, das sei er nicht. Trotzdem nennt der Wiesbadener 387 bärtige Rotgewandete sein Eigen. Die sind derzeit im Nikolausschaufenster in Rambach zu sehen. Und sollen nicht nur ein leerstehendes Metzgereigebäude aufpeppen, sondern sie sitzen dort für einen ganz besonderen Zweck: Mit seiner Aktion will Florian Schiesser die DKMS ((ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) unterstützen.

Große Nikoläuse thronen neben kleinen, dicke neben dünnen, lustige neben grimmigen. Und ein paar besondere Stücke hat Schiesser auch in seiner Nicht-Sammlung: einen Nikolaus mit Cowboyhut, rotem Sattel und Lederhose aus den USA und einen mit Sonnenbrille und Blindenstock, „für Menschen mit schwarzem Humor, die schon immer wussten, weshalb der Nikolaus nicht immer das gewünschte Geschenk bringt“, so Schiesser. Speziell auch der winzige Nikolaus, der auf einer Ein-Cent-Münze sitzt, und der, der einen Bierkasten als Gastgeschenk mitbringt.

Auf den Nikolaus gekommen ist der Wiesbadener erst als Jugendlicher. In einem Bastelbuch hatte er damals gelesen, dass man doch einmal im Haus schauen sollte, wie viele Nikoläuse man denn verborgen in Kisten und Schubläden beherberge. „Im ersten Jahr habe ich tatsächlich 25 Stück gefunden, die habe ich dann in meinem Zimmer aufgestellt.“ Und als die Verwandtschaft dann merkte: Oh, der Junge sammelt Knecht Ruprechts Chef, „dann war das Ganze ein Selbstläufer“.

Aus Plüsch, aus Holz, aus Schokolade

Immer mehr Nicht-Sammlerstücke kamen zusammen. „Lange Zeit hatte ich tatsächlich keinen Einzigen doppelt. Das heißt, es gibt wirklich Unmengen davon.“ Jede Spielzeugmarke, von Diddl über Lego bis hin zu Playmobil, hat einen bärtigen Mann kreiert, der Kinderherzen höher schlagen lässt. Daneben gibt es Plüschfiguren, Nikoläuse aus Holz, als Spitzer, als Socken, in einer Schneekugel oder als Nussknacker. Und natürlich auch welche aus Schokolade. „Aber die verpacke ich natürlich nach der Ausstellung nicht wieder in die Kisten. So lange halten die nun mal nicht“, sagt er und schmunzelt.

Vor fünf Jahren hat der Art-Director, der in einer Wiesbadener Agentur arbeitet, bereits seine Nicht-Sammlung in einem leerstehenden Rambacher Schaufenster ausgestellt. „Das kam wahnsinnig gut an“, sagt er. Gerade die Kinder standen begeistert davor. „Das ist ja wie ein einziges großes Wimmelbild. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken.“

In diesem Jahr will Schiesser nicht nur den Kindern eine Freude bereiten. Er will Spenden für die DKMS sammeln. Die Organisation hat sich dem Kampf gegen den Blutkrebs verschrieben. Als seine Mutter 2014 an einer Art dieses heimtückischen Krebses starb, kam Schiesser in Kontakt mit der DKMS und war fasziniert von deren Arbeit. Er will Menschen dazu animieren, sich als Stammzellenspender zu registrieren und somit zum Lebensretter zu werden, beispielsweise für den 53-jährigen Raimund aus Bierstadt, der an Blutkrebs erkrankt ist. Für ihn fand am Wochenende eine Typisierungsaktion statt.

Infos zum Nikolausfenster, das bis zum 27. Dezember in der Eppsteiner Straße 22 zu sehen ist, gibt es unter www.nikolausfenster.de. Dort kann man auch für die DKMS spenden.

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