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"Nichts hat geholfen"

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Tanja Icke ist seit einem Jahr Schulelternbeirätin an der Albrecht-Dürer-Schule. Im FR-Interview spricht sie über die Bemühungen der Eltern für die Schule.

Frau Ickes, was hat der Schulelternbeirat bisher getan, um auf die Mängel an der Albrecht-Dürer-Schule aufmerksam zu machen?

Gemeinsam mit den Schülern haben wir eine Postkartenaktion organisiert. Dabei haben wir 575 Fotos mit den schlimmsten Sanierungsfällen und Unterschriften der Schüler an den Oberbürgermeister geschickt. Schüler haben Plakate gemalt und wir haben sie bei einem Treffen mit dem Ortsbeirat gezeigt. Auch in verschiedenen Sitzungen des Ausschusses für Kultur und Bildung haben wir auf die gravierenden Mängel hingewiesen. Bisher hat jedoch nichts geholfen.

Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Sanierungsfälle?

Die Räume sind nicht lärmgedämmt. So überschreitet die Lärmbelastung regelmäßig die zugelassenen Grenzwerte, und die Schüler können sich deshalb kaum konzentrieren. Im Mehrzweckraum liegt uralter Teppich, auf den manche Kinder allergisch reagieren. Es schimmelt an mehreren Stellen, und in der Jungentoilette ist der Urin ins Mauerwerk eingedrungen, sodass es schon von Weitem unangenehm riecht. In der Turnhalle fallen Substanzen von der Decke, bei denen immer noch nicht hinreichend geklärt ist, ob sie gesundheitsgefährdend sind.

Warum ist bisher nichts passiert?

Die Stadt sagt uns immer wieder, dass für die Sanierung kein Geld da sei, aber Schüler, Lehrer und Eltern wollen und können das nicht akzeptieren.

Warum nicht?

Aus meiner Sicht ist es unverständlich, dass die Stadt kein Geld hat, um ihre Schulen instand zu halten. Jeder einfache Häuslebauer muss Rücklagen bilden für Renovierungen. Nur die Stadt hat das nicht getan, das ist ein Armutszeugnis.

Gibt es denn Zusagen von Seiten der Stadt?

Auf der Prioritätenliste für Schulsanierungen steht die Schule auf Platz 26. Bei dem aktuellen städtischen Etat für Schulsanierungen kann es also Jahre dauern bis etwas passiert.

Ist die Platzierung für Sie nachvollziehbar?

Nein. Ich weiß nicht, wie es an den anderen Schulen aussieht, aber schlimmer kann es kaum sein. Manchmal habe ich das Gefühl, dass einige Schulformen mehr gefördert werden als andere. Das ist ungerecht.

Das Interview führte Jana Kinne

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