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Das Walhalla-Theater steht seit 2017 leer und verfällt. Rolf Oeser
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Das Walhalla-Theater steht seit 2017 leer und verfällt. Rolf Oeser

Wiesbaden

Neustart für das Wiesbadener Walhalla-Theater gefordert

  • VonDiana Unkart
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Eine Arbeitsgruppe des Kulturbeirats empfiehlt, die europaweite Suche nach potenziellen Betreibern zu stoppen. Stattdessen sollen lokale Akteure Ideen entwickeln.

Es ist eine Geschichte mit vielen Kapiteln. Ob sie gut ausgehen wird, steht in den Sternen. Dorothea Angor, stellvertretende Vorsitzende des Wiesbadener Kulturbeirates, hofft jedoch darauf. „Ich glaube an das Gute“, sagt sie. Das Walhalla in bester Innenstadtlage ist ein Gebäude mit glitzernder Vergangenheit als Varieté, Kino, Disco und Theater. Nun hat sich der Zustand des Hauses, das 2017 wegen Brandschutzmängeln geschlossen wurde, deutlich verschlechtert. Der Kulturbeirat ist alarmiert und hat eine sechsköpfige Arbeitsgruppe namens „Zukunft Walhalla“ eingesetzt. Deren Mitglieder schlagen einen Neustart vor. Das Interessenbekundungsverfahren, die europaweite Suche nach einem Betreiber – eigentlich beschlossene Sache – soll gestoppt werden. Wegen der Pandemie war es bereits verschoben worden.

Ohne Sicherung, schätzt Rainer Emmel, Geschäftsführer der städtischen WVV Wiesbaden Holding, die Eigentümerin der Immobilie ist, blieben noch drei vier Jahre, dann wäre das Theater abrissreif. „Damit das nicht passiert, sichern wir ja“, sagt er. Stellenweise fällt die Decke ab, Stahlträger rosten. Feuchtigkeit hat die Gebäudesubstanz beschädigt. Nun würden Sanierungsarbeiten vorgenommen, die notwendig und unabhängig von der späteren Nutzung seien.

Die Stadt hatte gehofft, eines der großen finanzstarken Unternehmen der Veranstaltungsbranche als Betreiber für die denkmalgeschützte, 4500 Quadratmeter große Immobilie gewinnen zu können. Aber die Corona-Pandemie hat diese Pläne zunichte gemacht. Die Arbeitsgruppe des Kulturbeirates kommt zu dem Schluss, dass „aus der Veranstaltungsbranche, die derzeit ums Überleben kämpft, auf absehbare Zeit keine realistischen und zielführenden Bewerbungen zu erwarten sind“. Das vom Kulturbeirat unterstützte Interessenbekundungsverfahren habe in eine Sackgasse geführt.

Dorothea Angor, die auch kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Rathausfraktion ist, gewinnt der Situation dennoch etwas Gutes ab. Die Pandemie erzwinge einen Neustart in verschiedenen Bereichen. Derzeit werde zum Beispiel darüber beraten, wie sich die Innenstadt verändern müsse, um wieder attraktiver sein. Da müsse das Walhalla als Kulturort mitgedacht werden. Es gebe viele Ideen, wie das einstige Theater genutzt werden könne, auch und gerade von Künstler:innen, Theatern, Vereinen und Initiativen der Stadt.

Dass der Kommunalpolitik nach der Wahl ein Neustart bevorsteht, könnte dem Haus zugutekommen. Die Zukunft des Walhalla wird ein thematischer Schwerpunkt der nächsten Kulturbeiratssitzung am 27. April sein.

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