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Neuer Vorstand für Arbeiterwohlfahrt Wiesbaden

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Von: Madeleine Reckmann

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Wolfgang Hessenauer.
Wolfgang Hessenauer © AWO

Wolfgang Hessenauer verlässt die Leitung des Kreisverbands kommende Woche. Franz Betz übernimmt bis Jahresende.

Wolfgang Hessenauer möchte den Vorstandsvorsitz des Wiesbadener Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt (AWO) vor seinem 80. Geburtstag in andere Hände geben. Seit zweieinhalb Jahren arbeitet er mit seinem Stellvertreter Franz Betz ehrenamtlich daran, den in den Schlagzeilen geratenen Verband wirtschaftlich und personell auf solide Füße zu stellen. Hessenauer hat knapp kalkuliert. Am 22. September sollen die Delegierten Hessenauers Nachfolge im Vorstand bestimmen. Im Oktober feiert der Mann den runden Geburtstag.

Seit der Übernahme der Vorstandstätigkeit im Januar 2020 waren die von der vorherigen AWO-Leitung verursachten Missstände nach und nach ans Licht gekommen und zu einem Skandal angewachsen. Es besteht der Verdacht, dass ein größerer Personenkreis als vermutet von der Günstlingswirtschaft profitierte, die die früheren Verantwortlichen Hannelore und Jürgen Richter aufgebaut hatten. Die wirtschaftliche Schieflage machte die Insolvenz erforderlich, was zur Folge hatte, dass die AWO Grundstücke an die Stadt verkaufen musste.

„Meinen Ruhestand habe ich mir eigentlich anders vorgestellt“, gesteht Hessenauer heute. Sein Ziel sei es nun, „die AWO in repariertem und funktionsfähigem Zustand zu übergeben“, sagt er. Das haben er und Betz im Wesentlichen erreicht.

Verantwortliche vor Gericht

Die wirtschaftliche Schieflage des Kreisverbands ist behoben, das Insolvenzverfahren beendet; die AWO betreibt weiterhin zwei Pflegezentren und neun Kindertagesstätten; die Staatsanwaltschaft arbeitet die Vorwürfe wegen überhöhter Gehälter, Vergünstigungen und Scheinarbeitsverhältnissen auf; Gerichte haben die Personen, die die Günstlingswirtschaft betrieben oder von ihr profitierten, verurteilt oder die Verfahren stehen noch an.

Für den Übergang stellt sich der 73 Jahre alte Franz Betz bis Jahresende für den Vorsitz zur Verfügung. Im neuen Jahr soll Evelyn Pflugradt Vorsitzende werden, sofern sich nicht weitere Kandidat:innen melden und die Delegierten anders entscheiden. Ihre Stellvertreterin könnte die frühere Sozialamtsleiterin Christa Enders werden. Die bisherigen Beisitzer sollen Verstärkung bekommen: Der frühere städtische Sozialplaner Heiner Brülle und der Finanzwirt Thomas Knierim stellen sich der Wahl.

Franz Betz
Franz Betz © AWO

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