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Noch ist das Ostfeld Feld. Bebaut werden darf es nur, wenn auch eine Schienenbahn hinführt.
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Noch ist das Ostfeld Feld. Bebaut werden darf es nur, wenn auch eine Schienenbahn hinführt.

Wiesbaden

Neuer Umsteigebahnhof in der Mainzer Straße

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Bestehende Gleise sollen reaktiviert werden. Züge sollen zuerst auf der Strecke zum Ostfeld fahren.

Ein Jahr nach dem Aus für die Citybahn arbeitet das Dezernat für Stadtentwicklung und Bau an Alternativen zu der Straßenbahn. Dass es trotz des negativen Bürgerentscheids zusätzliche Schienenverkehre geben wird, gilt als ausgemacht.

Allerdings konzentrieren sich die Planungen jetzt auf das bestehende Eisenbahnnetz. Möglichst wenige Trassen sollen neu gebaut werden. „Es gilt das Drei-Säulen-Prinzip“, erläutert Martin Pächer vom Stadtplanungsamt, „vorhandene Schienen werden genutzt, stillgelegte Strecken reaktiviert und der Lückenschluss neu gebaut.“

Nach Auffassung der Planer haben nur Schienenverbindungen das Potenzial, eine wachsende Bevölkerung zuverlässig zu transportieren. Nur werden die Gleise nicht durch die Innenstadt führen. Als besonders dringend gilt es, den künftigen Standort des Bundeskriminalamts im Ostfeld anzubinden. Die Regionalversammlung Südhessen hatte im Mai den Bau des Bundeskriminalamts und des künftigen Wohnquartiers im Ostfeld nur erlaubt, wenn eine Schienenbahn dort verkehrt.

Der Ländchesbahn, die auf einer eingleisigen Strecke von Wiesbaden nach Niedernhausen fährt, kommt besondere Bedeutung zu. Sie könnte vom Hauptbahnhof kommend das BKA als Erste anfahren. Später könnten auch weitere Bahnen das Gebiet ansteuern: Der Hessenexpress in Richtung Frankfurt könnte am wenige Hundert Meter entfernt geplanten Bahnhof Ostfeld halten. Nicht ausgeschlossen ist auch eine Verlängerung der S-Bahn aus Mainz ins Ostfeld. Wie genau die Erschließung des Ostfelds aussehen könnte, soll nun eine europaweite Ausschreibung klären.

Auch die Aartalbahn soll wieder rollen. Sie soll aus Bad Schwalbach über Dotzheim nach Wiesbaden-Ost oder zum Wiesbadener Hauptbahnhof fahren. Um diese Strecken mit den Bahnstrecken in den Rheingau und nach Mainz zu verknüpfen, planen Pächer und sein Team einen Umsteigebahnhof in der Mainzer Straße 166 auf der Höhe des Tierheims kurz vor der Salzbachtalbrücke. Diese „Verbindungskurve“, wie die Planer das Gleisdreieck nennen, verbindet den Hauptbahnhof, Niedernhausen und Frankfurt sowie Rheingau und Mainz und könnte ein attraktives städtebauliches Entrée bilden. Bislang ist dieser Stadteingang eher unansehnlich und vernachlässigt. Dort könnten Personen aus- und einsteigen, die im Justiz- und Behördenzentrum arbeiten oder im angrenzenden Wohngebiet leben. Allerdings müssten sie noch eine oder zwei Stationen mit dem Bus fahren. Vorteil dieser Verbindungskurve ist, dass die Gleise schon im Boden liegen, sie müssten nur ertüchtigt und eventuell auf eine zweigleisige Strecke ausgebaut werden.

Die Planungen stehen laut Pächer noch ganz am Anfang. Das einstimmige Plazet des Mobilitätsausschusses zu den Vorschlägen habe für Aufbruchstimmung unter den beteiligten Ingenieuren gesorgt. Machbarkeitsstudien und detailliertere Planungsstufen stehen noch aus, die Entwurfs- und Genehmigungssatzung kann noch Jahre dauern. Geklärt werden müsse zudem, wer für die Projekte finanziell aufkommt. Anders als bei den Planungen zur Citybahn – als Straßenbahn in kommunaler Verantwortung – ist jetzt die Deutsche Bahn mit im Spiel.

Allerdings gibt sich Pächer optimistisch. Prozesse könnten parallel zueinander angestoßen werden, damit sich die Planungsphase beschleunigt. „Es ist nicht vermessen, dass zum Ende des Jahrzehnts das eine oder andere schon realisiert sein kann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen“, sagt er.

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