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Neuer Investor für die City-Passage in Wiesbaden

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Von: Madeleine Reckmann

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Wie in einer Altstadt: Gassen der geplanten Mauritiushöfe.
Wie in einer Altstadt: Gassen der geplanten Mauritiushöfe. © KSP Engel / SEG

Geplant ist ein offenes Quartier mit kleinen Gassen. In Wiesbaden soll ein Mix aus Hotels, Wohnungen, Geschäften und Sport entstehen.

Für Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) ist das Gelände der Wiesbadener City-Passage „die Herzkammer der Stadt“, und seine Neugestaltung für dessen Belebung „ein überaus wichtiges Schlüsselvorhaben“. Nach zwei Rückschlägen könnten die Pläne, aus der schmuddeligen, seit Jahren leerstehenden Passage endlich ein lebendiges und anspruchsvolles Innenstadtquartier zu machen, Realität werden.

Gestern präsentierten Verantwortliche der Stadtentwicklungsgesellschaft und der Wiesbaden Holding den Investor und Projektmanager Art Invest Real Estate und dessen Pläne für die Mauritiushöfe, wie das 7200 Quadratmeter große Gelände heißen soll. Anstatt der dunklen und nachts geschlossenen Passage soll ein 24 Stunden geöffnetes Quartier mit durchgängigen Wegebeziehungen zwischen Schwalbacher Straße, Kirchgasse, Kleiner Schwalbacher Straße und Faulbrunnenstraße entstehen. Ein breiter Nutzungsmix soll dafür sorgen, dass sich das Leben dort bis in die Nacht tummelt. In die Erdgeschosse sollen Geschäfte oder Restaurants einziehen. Für die oberen Geschosse sind Büros und Hotels und ein Sportstudio vorgesehen, „eine Stadt im Kleinen“, wie Stephen von der Brüggen, Geschäftsführer bei Art Invest Real Estate Frankfurt, sagt.

Von der Schwalbacher Straße aus sollen die fünfgeschossigen Neubauten mit ihren hochwertigen Steinfassaden wie moderne Geschäftshäuser wirken, zu den Gassen und dem Innenhof hin soll Holz das dominante Gestaltungsmaterial sein, das sich mit Pflanzen und Bäumen wie grüne Oasen ausnehme. Die gestaffelten Gebäudehöhen passen sich der umgebenden Bebauung an. Dachgärten und ein Fahrradparkhaus sind geplant, ebenso eine Photovoltaikanlage auf einem Dach. Art Invest Real Estate lege Wert auf Nachhaltigkeit und klimafreundliches Bauen, hieß es. Mit dem Unternehmen, das auch die „Macherei“ im Offenbacher Hafen entwickelt, unternimmt die Stadt den dritten Anlauf zum Neubau der City-Passage. 2018 stellten die Verantwortlichen das Unternehmen Development Partner mit einem ähnlichen Konzept wie das jetzige vor. Da sich die Partner nicht vertraglich einigen konnten, trennten sich die Wege im März 2021. Zuvor hatte ein irischer Investor seine Versprechungen zum Bau eines Freizeit- und Einkaufszentrums nicht eingehalten.

Nun werden Sicherheiten verlangt. Die Stadt habe ein „großes Interesse an einer zeitnahen und finanziell abgesicherten Realisierung der Projektentwicklung“, bekräftigt WVV-Geschäftsführerin Bernadette Boot. Im Kaufvertrag seien umfangreiche Regelungen dazu getroffen worden. Mindestens 27 Millionen Euro habe die Stadt durch den Verkauf erzielt. Über die Höhe der Investitionen wollte sich von der Brüggen nicht äußern. Geht alles nach Plan, könnten die Mauritiushöfe bis 2027 fertig sein.

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