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Das Kunsthaus auf dem Schulberg soll größer werden.

Schulberg

Ein neuer Flügel fürs Kunsthaus

Die Wiesbadener Künstler auf dem Schulberg sollen einen größeren Ausstellungsraum bekommen. Das Geld dafür kommt aus dem Konjunkturprogramm. Von Gaby Buschlinger

Von Gaby Buschlinger

Das Kunsthaus ist Wiesbadenern nicht wirklich ein Begriff, geschweige denn ein Ausflugsziel. Dabei gibt es in dem denkmalgeschützten Gebäude, Baujahr 1863, in wunderschöner Lage auf dem Schulberg regelmäßig Events wie Ausstellungen zeitgenössischer Künstler. Zudem haben hier junge Maler und Bildhauer Ateliers.

"Aber selbst geborene Wiesbadener kennen den Flecken nicht", bedauert Kultur- und Hochbaudezernentin Rita Thies (Grüne). Das soll sich bald ändern: Dank des Konjunkturprogramms wird das Kunsthaus für 2,3 Millionen Euro mächtig aufgepeppt, die Ausstellungsfläche vergrößert, und die Artothek, bei sich Privatpersonen Kunstwerke für 26 Euro ein halbes Jahr lang ausleihen können, zieht auch noch mit in diesen Erweiterungsbau.

Der alte Werkstatt-Anbau, der nach 1945 "mit einfachsten Mitteln" zum benachbarten Bolzplatz hin an eine Seitenwand des Kunsthauses "angeklatscht" wurde, wie Thies naserümpfend bemerkte, ist bereits komplett abgerissen, das klassizistische Gebäude wieder in seiner ganzen Pracht zu sehen. Oder besser gesagt, in leicht zerrupfter Pracht. "Die Fassade wird wieder hergestellt", sagt Roland Effgen, von dessen Architektenbüro Kissler und Effgen (Wiesbaden) der Entwurf für den Erweiterungsbau stammt. Der Bildhauer, der den alten Anbau als Atelier genutzt hatte, ist ins ehemalige Café hinter dem Kunsthaus umgezogen. Schließlich kommt in den neuen Flügel ein kleines Café samt Foyer. Der Neubau wird das Kunsthaus übrigens nicht wieder so unschön verdecken, weil er etwas weiter nach hinten versetzt wird, so Thies.

Im ebenerdigen Geschoss ist ein Ausstellungsraum mit zwei riesigen Fenstern geplant, der mit dem bisherigen Ausstellungsraum im Kunsthaus verbunden ist. Darunter, im lichtdurchfluteten Keller, wird die Artothek sich ausbreiten können. Die 3500 Exponate, die sich Privatpersonen für ein halbes Jahr und 26 Euro ausleihen können, können ihren bisherigen Unterschlupf im etwas abgeschiedenen Stadtarchiv verlassen.

Mehr Platz für Artothek

Im Erweiterungsbau am Kunsthaus darf sich die Artothek auf 400 Quadratmetern ausbreiten - und hat damit etwa doppelt soviel Platz wie jetzt. Ziehwände für die Verleih-Bilder wird es geben, zudem Lager, Werkstatt und Aufzug.

Gebaut wird in Passivhausbauweise, das Dach begrünt. In knapp anderthalb Jahren, im Februar 2011, soll alles fix und fertig sein. Und wenn dann noch der heruntergekommene Spielplatz gegenüber, wie von Stadträtin Thies angestrebt, künstlerisch umgestaltet sein wird, dann lohnt sich ein Abstecher zum Schulberg - trotz der vielen Treppen.

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