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Neuer Anlauf für Kunst am Bau in Wiesbaden

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Der Siegerentwurf von Monica Bonvici wurde nicht umgesetzt. stadt
Der Siegerentwurf von Monica Bonvici wurde nicht umgesetzt. stadt © Bonvici

Ein Kunstwerk soll den Platz vor dem Wiesbadener Kongresszentrum bereichern. Der erste Versuch endete 2020 mit einem Eklat.

Bis Ende Juli soll feststehen, welches Kunstwerk die Fläche vor dem Rhein-Main-Congress-Center (RMCC) in Wiesbaden bereichern könnte. Die Umsetzung sei dann für die erste Jahreshälfte 2023 angedacht, sagt Thomas Sante, Betriebsleiter der Triwicon, der städtischen Messe-, Kongress- und Tourismus-Holding. Sie lobt den Wettbewerb aus, der gerade vorbereitet wird.

Es ist der zweite Anlauf für Kunst am Bau vor dem 2018 eröffneten RMCC. Der erste endete mit einem Eklat, als die international bekannte Künstlerin Monica Bonvicini ihren Siegerentwurf, eine vier Meter hohe begehbare Pyramide, nach etlichen Querelen schließlich zurückzog.

Um erneute Unstimmigkeiten zu vermeiden, wurde der Wettbewerb diesmal anders angelegt: „gut organisiert und transparent“, sagt Thomas Sante. Vorgesehen sei ein Einladungswettbewerb in einem anonymen Verfahren. Angesprochen werden sollen nationale und internationale Kunstschaffende. Ein der Jury vorgeschaltetes unabhängiges Auswahlgremium, dem vier Künstler:innen angehören, ermittelt bis zu neun Künstlerinnen und Künstler als potenzielle Bewerberinnen und Bewerber.

Ein Architekturbüro, dem die Wettbewerbsorganisation obliegt, prüft die Einhaltung formaler Kriterien. Die geprüften Entwürfe werden schließlich der Jury vorgeschlagen, die dann entscheidet und den Siegerentwurf der Triwicon präsentiert. Mit dem mehrstufigen Verfahren soll auch verhindert werden, dass nach dem Juryentscheid Zweifel an der Umsetzbarkeit des gewählten Entwurfs aufkommen.

Die Jury setzt sich aus zwei Kunstexperten:innen, einer Künstlerin, dem Architekten des RMCC und der Triwicon zusammen. Für Kunstwerk und Wettbewerbsverfahren stehen insgesamt 400 000 Euro zur Verfügung. Beim ersten Wettbewerb 2017 musste hinterher der Standort für das Kunstwerk nachverhandelt werden, es gab Kritik am Entwurf und versicherungstechnische Fragen. 2020 zog die Künstlerin ihren Entwurf schließlich zurück.

Diesmal werden drei mögliche Standorte vorgegeben, unter denen die Künstler:innen frei wählen können. Alle befinden sich auf den Rasengevierten vor dem RMCC. An das Kunstwerk gebe es nur grobe Anforderungen, sagt Thomas Sante. Beispielsweise dürfe es nicht über die Einfassung der Rasengevierte herausragen. Material und Form seien vollkommen frei.

Für einen neuen Wettbewerb hat sich auch der Wiesbadener Kulturbeirat eingesetzt. Er hatte nach dem Rückzug von Monica Bonvicini nach jahrelangem Tauziehen um ihr Kunstwerk aus unregelmäßigen Treppenstufen von einer „Blamage für Wiesbaden“ gesprochen. Bereits in den Vorjahren waren wegen Unstimmigkeiten mehrere Künstler:innen von unterschiedlichen Vorhaben zurückgetreten.

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