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Wo jetzt noch Felder sind, sollen 650 neue Häuser entstehen.
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Wo jetzt noch Felder sind, sollen 650 neue Häuser entstehen.

Nordenstadt

Neue Siedlung am Hainweg

  • Ute Fiedler
    VonUte Fiedler
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Jetzt, da eine Rückgabe der Areale der US-Armee außer Reichweite ist, muss die Stadtplanungsdezernentin angesichts der Wohnungsknappheit umdenken - und will in Nordenstadt 650 Wohnungen schaffen. Den Bebauungsplan hat sie offengelegt - ein Ideenwettbewerb wird folgen.

Ein bisschen hatte Stadtplanungsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) mit den Flächen der in Wiesbaden stationierten US-Amerikaner geliebäugelt. Damit, dass die ihre Areale am Hainerberg und im Aukammtal irgendwann an die Stadt zurückgeben würden. Doch daraus wird nichts. Denn die Amerikaner verlegen ja bekanntlich ihr Hauptquartier aus Heidelberg nach Wiesbaden.

Dann werden mehr als 19000 Amerikaner in der Landeshauptstadt leben – nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilangestellte, Familienangehörige und Pensionäre. Und der Druck auf die Stadt, Wohnraum zu schaffen, wächst. Schließlich wird für Wiesbaden bis zum Jahr 2020 ein Bevölkerungswachstum von etwa 7000 Einwohnern prognostiziert – die Amerikaner nicht dazugezählt.

Deshalb treibt die Stadt derzeit ein schon in den 90er Jahren anvisiertes Projekt voran: Das Wohngebiet Hainweg in Nordenstadt wird entwickelt. Der Bebauungsplan liegt offen. Interessierte können ihn bis zum 29. Oktober im Stadtentwicklungsdezernat und im Internet einsehen. Ursprünglich sollten dort einmal rund 1100 Wohnungen entstehen. Doch laut Möricke gestalteten sich die Verhandlungen mit den Eigentümern schwierig, so dass viel Zeit ins Land ging.

Vor ein paar Jahren dann fing ein privater Investor, dem einige der landwirtschaftlichen Flächen am Hainweg bereits gehörten, an, weitere Parzellen aufzukaufen. Und er bat die Stadt, das Gebiet zu entwickeln. Die wiederum beauftragte die Wiesbadener Stadtent-wicklungsgesellschaft (SEG), die sich derzeit um einen städtebaulichen Ideenwettbewerb bemüht. Laut Möricke ist der Investor ein „Branchenneuling“, der aber bereits schon „einige Bauträger im Rücken“ habe. „Das Interesse ist groß.“

Das Projekt wird kleiner als ursprünglich geplant. Mittlerweile soll nicht mehr die gesamte einst vorgesehene Fläche bebaut werden: Noch maximal 650 Wohnungen sollen dort entstehen. Wie das Gebiet einmal aussehen soll, ist jedoch noch nicht klar. „Dafür gibt es ja den Ideenwettbewerb“, sagt Möricke und weist auf einen Gebietsbrief hin.

In dem waren in den 90er Jahren die Rahmenbedingungen grob abgesteckt worden. Die sind auch jetzt noch gültig. Das Areal am Hainweg soll zu einem reinen Wohngebiet werden, in dem sich laut Möricke verschiedene Wohnformen abwechseln sollen: Einfamilienhäuser mit Mehrfamilienhäusern, Passivhäuser mit Mehrgenerationenhäusern. Und auch bezahlbarer Wohnraum soll dort entstehen. Denn gerade daran hapert es in Wiesbaden.

Wenn Möricke über das Projekt redet, dann spricht sie von „nachhaltiger Siedlungsentwicklung“. Ziel sei es, in der Innenstadt Bereiche „nachzuverdichten“ – wie zum Beispiel am Rheingau-Palais. Doch dort stoße man bereits an seine Grenzen. Deswegen müsse man in die Ortsteile ausweichen. „Doch auch das geht nicht unendlich.“

Dass in Nordenstadt nachhaltig gebaut wird, hofft auch Ortsvorsteher Rainer Pfeifer (CDU). Seit etwa 25 ist er im Ortsbeirat und hat „gute und schlechte Zeiten“ erlebt. Unter anderem eine „Planungsidiotie“ in der Siedlung am Wallauer Weg. „Dort wurden viel zu wenige Parkplätze angelegt, und es konnten keine nachgebaut werden, weil die Straße 20 Zentimeter zu schmal war.“ Ein solches Debakel solle am Hainweg nicht passieren.

Mit 2000 neuen Einwohnern rechnet Ortsvorsteher Pfeifer, die jedoch bei den Planungen nicht im Mittelpunkt stehen sollten. „Es soll nicht nur an sie und ihre Bedürfnisse gedacht werden, sondern auch an die 8000 Nordenstadter, die hier schon wohnen“, fordert der Politiker, der auch ein Stadtverordnetenmandat hat. Daher wisse er um den Mangel an Siedlungsflächen. Und Nordenstadt habe nun mal viele freie Flächen.

Pfeifer hofft, dass auch die Ängste des Ortsbeirats berücksichtigt werden. „Wir wollen gehört werden. Dann kann hier auch ein beispielhaftes Wohngebiet entstehen.“ Ein Papier mit Anregungen und Forderungen will er demnächst an „die entscheidenden Stellen“ schicken.

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