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Die Schiersteiner Brücke hält den Verkehr von Wiesbaden fern.
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Die Schiersteiner Brücke hält den Verkehr von Wiesbaden fern.

Wiesbaden

Neue Rheinbrücke bringt mehr Autos in die Stadt

  • vonDiana Unkart
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Für drei infrage kommende Standorte sind die Auswirkungen auf das Straßennetz untersucht worden. Die Daten lassen keinen eindeutigen Schluss pro oder contra neue Brücke zu.

Seit Jahrzehnten wird über eine weitere Rheinbrücke zwischen Wiesbaden und Mainz diskutiert. Es ist ein heikles Thema. Die Idee, eine neue Brücke zu bauen, hat so viele Befürworter:innen wie Gegner:innen. Um eine Entscheidungsgrundlage zu schaffen, hatten beide Städte zunächst potenzielle Standorte überprüfen lassen. In einem nächsten Schritt sollten Szenarien entwickelt werden, wie sich infrage kommende Standorte auf die Verkehrsströme beider Städten auswirken. Die Ergebnisse liegen nun vor und werden dem gemeinsamen Städteausschuss, dem die Oberbürgermeister, die Magistrate und Vertreter:innen der Stadtverordnetenfraktionen beziehungsweise des Mainzer Stadtrats angehören, vorgelegt. Er wird demnächst tagen. Die Entscheidung obliegt dann der Politik. Sie dürfte nicht einfach sein, denn die Daten weisen nicht eindeutig pro oder kontra neue Brücke.

Der Autoverkehr wird derzeit über drei Brücken gelenkt: über die Schiersteiner Brücke, Teil der Autobahn 643, die Weisenauer Brücke auf der A60 und über die Theodor-Heuss-Brücke, die vom Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel in die Mainzer Innenstadt führt und eine wichtige Verbindung zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen ist. 46 000 Fahrzeuge passieren sie täglich im Schnitt.

Drei potenzielle Standorte für ein neues Bauwerk und seine Auswirkungen auf das Straßennetz beider Landeshauptstädte sind nach Angaben des Wiesbadener Verkehrsdezernats untersucht worden. In allen Szenarien ging es um Brücken für den motorisierten Individualverkehr, sprich für Auto-, Motorrad- oder Mopedfahrer etc. Einer der Brückenstandorte führt auf Wiesbadener Seite vom Rathenauplatz in Kastel mit Anbindung an die Wiesbadener Straße nach Mainz und wird dort an die Rheinallee/Kaiserstraße angebunden.

Die zweite Variante verläuft parallel zur Kaiserbrücke, einer Eisenbahnbrücke, mit Anbindung an die Biebricher Straße auf Wiesbadener und die Rheinallee auf Mainzer Seite. Ein dritter potenzieller Standort liegt etwas weiter rheinabwärts und würde auf Wiesbadener Seite an die Glarus- und die Rheingaustraße angebunden, auf Mainzer Seite an die Auenstraße und dann an Rheinallee.

Je nach Variante würden die Städte beziehungsweise Stadtteile und Straßenzüge unterschiedlich stark be- und entlastet. Eine Brücke am Rathenauplatz zum Beispiel entlastet den Berechnungen zufolge die Theodor-Heuss-Brücke im Vergleich zu den beiden anderen Brückenstandorten am stärksten, bringt aber gleichzeitig mehr Verkehr in die Mainzer Innenstadt. Eine Verlängerung der Glarusstraße hätte für Wiesbaden-Biebrich mehr Verkehr zur Folge und würde somit die Heuss-Brücke deutlich geringer entlasten.

Allen untersuchten Standorten gemeinsam sei eine Verlagerung des Verkehrs von den Autobahnen in das städtische Straßennetz, vor allem in die Wiesbadener Stadtteile Biebrich, Amöneburg und Kastel, heißt es aus dem Verkehrsdezernat. Die beiden Autobahnbrücken Schiersteiner Brücke und Weisenauer Brücke, die derzeit ähnlich einer Ortsumgehung fungierten, würden hingegen entlastet, denn eine zusätzliche Rheinbrücke könne die Fahrzeit vor allem zwischen Biebrich und der Mainzer Innenstadt deutlich verkürzen. Dabei sei die Schiersteiner Brücke mit 145 000 Fahrzeugen pro Tag zwar hochfrequentiert, aber nach ihrem Ausbau von vier auf sechs Fahrstreifen keinesfalls überlastet. Die Weisenauer Brücke, über die pro Tag circa 120 000 Fahrzeuge rollen, sei ebenfalls erweitert worden und aktuell nicht überlastet.

Die Koalition aus Grünen, SPD und FDP in Mainz hat im Koalitionsvertrag festgehalten, dass sie eine Brücke für Autos, die zu mehr Verkehr in der Innenstadt führen würde, ablehnt. Denkbar sei hingegen eine Brücke für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen. Bei den Untersuchungen wurden ÖPNV und Radverkehr nicht betrachtet, jeder der drei Standorte sei aber für diese Verkehrsarten geeignet, heißt es.

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