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Neue Rettungswache West eröffnet

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Von: Ute Fiedler

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Etwa 12000 Mal rücken die Helfer der Wache pro Jahr aus.
Etwa 12000 Mal rücken die Helfer der Wache pro Jahr aus. © Fickert

2,5 Millionen Euro hat der Ausbau der DRK-Rettungswache West gekostet. Bis zu 120.00 Einsätze pro Jahr müssen die Retter leisten - dafür sind sie nun bestens gerüstet.

Volle zehn Punkte vergeben Andreas Hübner und Marco Sgualdino an die neue Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Flachstraße. Rettungssanitäter Hübner zögert noch ein bisschen: Eine persönliche Sekretärin wäre schon schön gewesen, witzelt er. Und wird dann wieder ernst. „Das ist ein Quantensprung.“

Schmuck sieht er aus, der neue Anbau. 2,5 Millionen hat der DRK Rettungsdienst Rhein-Main-Taunus aus eigener Tasche gezahlt. Zuschüsse von Bund, Land oder Stadt gab es nicht. „Wir hatten uns um Mittel aus dem Konjunkturpaket beworben, aber das hat leider nicht geklappt“, sagt Geschäftsführer Manfred Stein. So habe man selbst handeln müssen, um bessere Bedingungen für die Mitarbeiter zu schaffen, sagt Stein.

Er wurde gestern während der Feier für die neue Wache West für sein 40-jähriges Dienstjubiläum geehrt. Mit 14 hatte er beim Jugendrotkreuz angefangen, war Sanitäter, arbeitete in der Rettungsleitstelle und so weiter und so fort. Stein weiß also ziemlich genau, wenn er von den beengten und nicht optimalen Verhältnissen im Verwaltungsgebäude spricht, wo die Wache bislang untergebracht war.

Ja, früher sei alles anders gewesen, kommt auch Hübner ins Plaudern. Da mussten die Retter nachts über eine, im Winter rutschige, Treppe zu den Fahrzeugen, die im Hof standen. Mussten sich mal bei Minusgraden, mal bei Regen für den Einsatz rüsten, bekamen klamme Finger und kalte Füße – was alles andere als angenehm ist. Heute können sich die Männer und Frauen in der wohl temperierten Fahrzeughalle fertig machen, und dann geht es los.

Unsanftes Erwachen

60 Sekunden haben die Einsatzkräfte Zeit, dann müssen sie unterwegs sein, so verlangt es das Gesetz. „Mit der neuen Halle können wir diese Vorgaben viel einfacher einhalten“, sagt Hübner. Sogar der Gang zur Toilette ist – so denn nötig – in der kurzen Zeit noch zu schaffen, denn die stillen Örtchen sind jetzt links und rechts am Eingang der Fahrzeughalle.

Oft komme es nicht vor, dass die 60 Sekunden überschritten würden, aber es komme vor, sagt Hübner. Die Gründe für die Verspätung sind verschieden. Aber am Verschlafen liegt es nicht. Zwar gibt es auch in der neuen Wache Ruheräume, doch die wenigsten schlafen dort, sagt Hübner.

„Meistens sitzen wir im Aufenthaltsraum und ärgern uns über das schlechte Nacht-Fernsehprogramm. Aus dem Tiefschlaf sofort zum Einsatz zu müssen, ist kaum machbar.“ Und sollte einer doch einmal schlafen, wird er im Ernstfall höchst unsanft geweckt. Da gehen die Lichter an, die Türen der Fahrzeughalle öffnen sich und ein Alarm ertönt.

Übrigens auch gestern, während der Feier. Bei der sich noch ein weiterer Vorteil der neuen, großen Fahrzeughalle zeigte: Es passen zahlreiche Gäste hinein.

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