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Neue Regelung für Elsässer Platz

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Von: Ute Fiedler

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Blechwüste ade: Seit Montag gilt Anwohnerparken auf dem Platz.
Blechwüste ade: Seit Montag gilt Anwohnerparken auf dem Platz. © Andreas Arnold

Seit Rosenmontag gilt für den Elsässer Platz ein Anwohnerparken. Nach einer Befragung der Haushalte im äußeren Westend im vergangenen Jahr hat das Stadtparlament für diesen Schritt votiert.

Nicht erst am Aschermittwoch, bereits am Rosenmontag war am Elsässer Platz alles vorbei. Seit diesem Tag dürfen Autofahrer, die keinen Bewohnerparkausweis besitzen, montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr nur noch zwei Stunden lang mit Parkscheibe auf dem Elsässer Platz parken.

Michael Bischoff, Ortsvorsteher des Bezirks Westend/Bleichstraße, ist froh über die neue Regelung. „Ein langgehegter Wunsch geht in Erfüllung“, sagt er auf Anfrage, macht aber auch keinen Hehl daraus, dass dies nur ein erster Schritt sei, die Verkehrssituation im Westend und dem angrenzenden Rheingau-Viertel zu entspannen.

Nach einer Befragung der Haushalte im äußeren Westend im vergangenen Jahr hatte das Stadtparlament für diesen Schritt votiert. Von den befragten Haushalten hatten wie berichtet 85 Prozent angegeben, im öffentlichen Raum zu parken. Um überhaupt einen Parkplatz zu finden, würden sie im Schnitt 20 Minuten benötigen.

Zwar hatten sich die Befragten auch mehrheitlich für den Bau von Quartiersgaragen ausgesprochen. „Bislang ist der Bau einer Quartiersgarage aber an den zu teuren Angeboten der Anbieter gescheitert – weder kann die Stadt jährliche Zuschüsse für den Betrieb eines Parkhauses leisten, noch können die Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Westend und Rheingauviertel/Hollerborn dreistellige Monatsmieten hinblättern“, wird Stadtentwicklungsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) in einer Mitteilung zitiert.

Kurzfristige Sofortmaßnahme

So wurde nun zunächst das Anwohnerparken umgesetzt, als „kurzfristige Sofortmaßnahme“. Doch dabei dürfe es nicht bleiben, sagt Bischoff und Angelika Kopp, Ortsvorsteherin des Rheingau-Viertels, springt ihm zur Seite. „Es ist schon gut, dass den Langzeitparkern ein Riegel vorgeschoben wird. Sie sehen da alles mögliche stehen“, sagt Kopp. Etwa 375 Autos stehen täglich auf dem Elsässer Platz, darunter viele kaum genutzte Zweitwagen und Anhänger.

Zwar weiß Kopp auch, dass diese neue Regelung einige Pendler hart treffen wird. „Meine Bäckersfrau zum Beispiel hat mir erzählt, dass sie nun noch früher aufstehen muss, um sich einen Parkplatz zu suchen“, sagt Kopp. Aber anders gehe es nunmal nicht. Ausnahmeregelungen wird es nach Angaben von Thomas Schwendler, Referent von Verkehrsdezernentin Möricke, jedoch nicht geben. Zwei Stunden könne dort mit Parkscheibe geparkt werden, sagt er.

Seit mehreren Jahrzehnten wird um eine Lösung für den Elsässer Platz gerungen, den Kopp als „Blechwüste inmitten der Stadt“ bezeichnet. Nach dem ersten Schritt müssten weitere folgen. Und werden auch folgen, wenn es nach dem Wiesbadener Stadtentwicklungsdezernat geht. Das kündigt einen Workshop für Freitag, 26. Februar, 17 Uhr, an. Der Veranstaltungsort werde noch festgelegt, heißt es. Gemeinsam mit den Anwohnern solle dort ein Konzept erarbeitet und irgendwann dann auch realisiert werden.

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