Neue OPs ohne Turbulenzen

  • Ute Fiedler
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Asklepios operiert ab Montag in neuen Räumen / 12 Millionen Euro für Neubau

So muss es in der Kommandozentrale eines Raumschiffs aussehen: Knöpfe, Tasten, Bildschirme, Lampen, Kabel, hochmoderne Technik. Nur dürften die neuen OPs der Asklepios Klinik etwas geräumiger sein. Auf 40 Quadratmetern Fläche wird ab kommendem Montag operiert.

Anderthalb Jahre wurde neu gebaut, zwölf Millionen Euro ausgegeben, wovon das Land Hessen mit knapp neun Millionen Euro den Löwenanteil finanzierte, denn das Klinikum musste handeln. Die Anzahl der Operationen pro Jahr ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen: Waren es 2003 rund 5000, so sind es heute pro Jahr etwa 8000 Patienten, die unters Messer kommen.

Alles ist neu, doch es liegt nicht an dem modernen Beige der OP-Wände, dass die vier neuen Säle von Asklepios als die modernsten des Rhein-Main-Gebiets bezeichnet werden. In den großen Räumen steckt allerhand Technik. Hightech, die für den Laien kaum verständlich, aber für die Abläufe enorm wichtig ist. Und für den Patienten überlebenswichtig.

Da wäre zum einen die Anlage an der Decke, die so ähnlich aussieht wie eine Dunstabzugshaube. Nur dass hier keine Luft abgesaugt, sondern umgewälzt wird. 9000 Kubikmeter pro Stunde. So wird verhindert, dass Keime in das Operationsfeld gelangen. Mediziner sprechen hierbei von einer extrem turbulenzarmen Luftströmung in diesem Bereich.

Dann gibt es auch noch Großbildschirme, über die die Operateure zum Beispiel Röntgenbilder, CT- und MRT-Aufnahmen sehen können. Fotos und Filmsequenzen können so direkt in der Patientenakte gespeichert werden. Neben den OP-Lampen ist ein Monitor installiert. Er zeigt die Operation und soll die Arbeitsbedingungen für die Operateure erleichtern, „weil die sich nicht mehr verbiegen müssen“, sagt Dr. Klaus Schulz, Chefarzt der Anästhesie und der Intensivmedizin. Zudem ist jeder Saal mit einer Videoanlage ausgerüstet, so dass Videokonferenzen und Übertragungen möglich sind.

Und dann gibt es noch ein Barcode-System. Darüber wird alles automatisch erfasst, womit der Patient in Berührung gekommen ist: Medikamente, Material. All das soll einer lückenlosen Dokumentation dienen. „Früher mussten Akten gewälzt werden, heute kann man so per Knopfdruck sehen, ob einer Patientin ein französisches Brustimplantat eingesetzt worden ist“, sagt Franz-Josef Gläßer, Leiter Technik der Asklepios-Gruppe.

Stolz ist man im Asklepios auch auf die neue Zentralsterilisation. Sie ist ebenfalls im Neubau der Klinik eingerichtet worden – direkt unter den OPs. Sie ist über eigene Versorgungsaufzüge an den OP-Bereich angeschlossen. Zwei Gänge umrahmen diesen. In dem einen werden sterile Bestecke und Material gelagert. Auf der anderen Seite werden die Patienten auf den Eingriff vorbereitet. So werden die Patienten nie mitbekommen, wie Schwestern über die Gänge huschen und OP-Bestecke wegbringen. „Die hygienischen Anforderungen können so optimal eingehalten werden, Arbeitsabläufe wurden verbessert“, sagt Schulz.

Wer selbst einen Blick in die neuen OPs werfen will, kann das am Samstag, 28. Januar, von 10 bis 13 Uhr tun.

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