Rhein-Main-Hallen

Neue Messe ersetzt alte Hafa

Tschüss Hafa, hallo Offerta: Nach 59 Jahren zieht die traditionelle Verbraucherausstellung Hafa nach Frankfurt. Aber es gibt schon Ersatz. Von Gaby Buschlinger

Von GABY BUSCHLINGER

Tschüss Hafa, hallo Offerta: Nach 59 Jahren zieht die traditionelle Verbraucherausstellung Hafa nach Frankfurt. Als Ersatz hat der Geschäftsführer der Rhein-Main-Hallen, Holger Syhre, einen Ableger der Karlsruher Verbrauchermesse Offerta in die Landeshauptstadt geholt.

Nach der Insolvenz des letzten Veranstalters der Hafa - die in Düsseldorf ansässige Dr. Kater Marketing Gesellschaft - sei die Zukunft der 1950 als "Hauswirtschaftsfachausstellung" gegründeten Hafa unklar gewesen, sagte Syhre. Außerdem habe die betagte Messe unter Besucherschwund gelitten. Statt der erwarteten 65.000 Besucher kamen in den vergangenen Jahren an den neun Tagen nur noch 50.000. Obendrein hätten sich Mietrückstände in sechsstelliger Höhe angehäuft. Nach einigen Veranstalterwechseln sei die Hafa auch keine "attraktive Marke" mehr. Nach dem Motto "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende" entschied sich Syhre für die Trennung.

Dank persönlicher Kontakte Syhres zu den Machern der Offerta in Karlsruhe, der Hinte Messe- und Ausstellungs-GmbH, sei die Idee der Offerta Rhein-Main entstanden.

Nach Angaben von Geschäftsführer Christoph Hinte lockt die 1972 in Karlsruhe gegründete "qualitativ hochwertige Publikumsmesse für die ganze Familie" mit 900 Ausstellern an fünf Tagen inzwischen 130.000 Besucher an. Für den Wiesbadener Ableger erwartet Hinte 50.000 Besucher mit bis zu 300 Ausstellern (18. bis 22. November) - an dann auch nur noch fünf Tagen.

Syhre freut sich, einen "Exportschlager" nach Wiesbaden bekommen zu haben. Zwar sei es angesichts der Wirtschaftskrise unklar, wie sich die Verbraucher im Herbst verhalten würden. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich. Schließlich sei die Offerta eine "höherwertige Veranstaltung". Die "Messerschärfer und Gemüseschnippler" der Hafa jedenfalls seien hier nicht zu finden.

Wohnen, Bauen, Esskultur, Computer, Tourismus, Wellness und Sport kündigt Gerhard Reiter von der Hinte-Messe-GmbH als Themenparks an. Regionale Erzeugnisse und Dienstleistungen stünden im Vordergrund.

Auf fünf Jahre ist die Zusammenarbeit zwischen der Hinte-Messe-GmbH und den Rhein-Main-Hallen erstmal begrenzt. Die Verantwortlichen glauben nicht, dass die Messe floppt: "Die Neugier auf die neue Messe wird Besucher anziehen", so Syhre.

Dass die RMH nach elf Jahren die Fachmesse "World of Events" verloren habe, wies Syhre zurück. Wegen eines Rechtsstreits um die Markenrechte gebe es sie weiterhin in Wiesbaden, nur unter dem Titel "Universe of Events". In Dortmund heißt eine ähnliche Messe "Best of Events".

Die "höherwertige Qualität" der Offerta schlägt sich im Eintrittspreis nieder: Während die Hafa sechs Euro kostete, sind an der Kasse nun 7,50 Euro zu berappen.

Die Hafa live ist aber nicht gestorben: Leonhard Dieckers von der Kater-Marketinggesellschaft hat aus deren Insolvenzmasse die Markenrechte an der Hafa gekauft und geht nach der Abfuhr der Rhein-Main-Hallen nun vom 11. bis 15. November nach Frankfurt auf das Messegelände.

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