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Während einer „Langen Nacht der Literatur“ könnten sich Bibliotheken und Autoren präsentieren.

Wiesbaden

Neue Formate für Kultur

  • vonDiana Unkart
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Bands und Künstlern fehlen Räume, manchen Einrichtungen fehlt neuer Schwung. Der Kulturentwicklungsplan liefert Ideen, wie sich Probleme der Branche beheben lassen.

Kultur in Wiesbaden soll sichtbarer werden. Und sie soll Menschen ansprechen, die sie bisher nicht erreicht hat. Das geht aus dem Kulturentwicklungsplan hervor, den Kulturdezernent Axel Imholz (SPD) und Kulturamtsleiter Jörg-Uwe Funk am Montag vorgestellt haben.

„Kann man Kultur planen?“, fragte Imholz. Seine Antwort: nur bedingt. Deswegen handele es sich bei dem Plan, in dem 120 Vorhaben und Handlungsempfehlungen zusammengefasst sind, eher um so etwas wie Leitplanken. Die Punkte sollen Orientierung bieten in den kommenden Jahren. „Kultur wird zur Daueraufgabe.“ 500 000 Euro stehen 2021 zur Verfügung, um erste Vorhaben umzusetzen.

Entstehung

Der Kulturentwicklungsplan analysiert den gegenwärtigen Zustand und leitet Empfehlungen ab – zeitlich priorisiert.

Der Vorschlag, einen solchen Plan zu schaffen, geht zurück auf das Jahr 2015. Den Beschluss dazu haben die Stadtverordneten 2018 gefasst.

Der Prozess ist von externen Fachleuten begleitet worden. Der Plan ist das Ergebnis eines eineinhalb Jahre dauernden Beteiligungsprozesses.

Der Kulturentwicklungsplan ist nicht das Werk einer Verwaltung, sondern das Ergebnis eines Beteiligungsprozesses, bei dem Kulturschaffende, Künstlerinnen und Künstler, Bürgerinnen und Bürger sowie die Verwaltung eineinhalb Jahre lang in verschiedenen Formaten zusammengearbeitet haben, um unter anderem Fragen zu klären wie: Wie viel Kultur kann und will sich die Stadt leisten? Wie können die unterschiedlichen Sparten gestärkt werden? Was muss getan werden, um zeitgemäße Angebote zu schaffen?

Ein wichtiges Thema sei die Sichtbarkeit, sagte Imholz. In Wiesbaden gebe es tolle Angebote, aber nicht alle bekämen das mit. Ein weiteres Problem sei das der fehlenden Räume und Ateliers für Bands, Ensembles oder Künstler:innen. Der Kulturentwicklungsplan sieht zum Beispiel den Aufbau eines Kulturraumkatasters oder die Möglichkeit von Pop-up-Ateliers in leeren Geschäftsräumen vor. Um die Sichtbarkeit zu erhöhen und mehr Menschen zu erreichen, sollen an stark frequentierten Orten in der Stadt digitale Tafeln installiert werden, die tagesaktuell über Angebote informieren. Wiesbadener Kultur soll zudem auf regionaler und nationaler Ebene besser vermarktet werden.

Das Thema Digitalisierung im Kulturbereich ist nach Angaben von Imholz ein weiterer Schwerpunkt. „Kultur ist nichts von gestern“, sagte er. Gleichwohl könnten digitale Angebote nicht den persönlichen Kontakt ersetzen. Besondere Unterstützung soll es in den kommenden Jahren für innovative und experimentelle Formate geben. Dafür soll ein Förderprogramm entwickelt und ein Fonds aufgelegt werden. Die Förderung soll für alle Kulturschaffenden einfacher und transparenter werden und ihnen – vor allem in der Zeit während und nach der Corona-Pandemie – Planungssicherheit geben.

Der Kulturentwicklungsplan versucht den Ausgleich zwischen Kulturerhalt und der Schaffung neuer, zeitgemäßer Angebote – auch um weitere Zielgruppen zu gewinnen. Bibliotheken und Autor:innen könnten sich während einer „Langen Nacht der Literatur“ präsentieren oder Veranstaltungen, bei denen gemeinsam gesungen wird, in etablierten Kultureinrichtungen stattfinden. Ab 2022 wird es einen Wiesbadener Kunstsommer in Trägerschaft des Kulturamts geben. Die Stadtverordneten haben bereits zugestimmt.

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