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Wiesbaden

Nachts bei Edeka parken

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Außerhalb der Geschäftszeiten können Anwohner ihr Auto auf dem Platz des Wiesbadener Lebensmittelhändlers abstellen / Vorbild für andere Institutionen

Nach Feierabend mit dem Auto auf der Suche nach einem Parkplatz zahllose Runden drehen, ist lästig. Einige Anwohner:innen im Wiesbadener Rheingauviertel können ihre Nerven jetzt schonen und sich einen Stellplatz für die Nacht mieten. Andreas Nolte, der Geschäftsführer des Edeka-Geschäfts am Karlsbader Platz, stellt von 20 bis 8 Uhr die Kund:innenparkplätze zur Verfügung. „Nachts steht die Tiefgarage leer, während draußen die Leute Parkraum suchen“, sagt er. „Wir probieren das mal aus und sind gespannt, wie es angenommen wird.“ Nolte erhofft sich auch einen höheren Bekanntheitsgrad für seinen Laden.

Mit dem Parkraummanagement PRM teilt der Geschäftsmann sich die Kosten für die aufwendige digitale Infrastruktur. Tagsüber dürfen Autos nur für die Dauer eines Einkaufs kostenlos abgestellt werden. Kameras registrieren die Fahrzeuge; die Leute, die ohne zu bezahlen ihr Fahrzeug abstellen, erhalten ein „Knöllchen“. Das Angebot kann über die kostenfreie App „Easy Park“ gebucht werden.

Die Hochschule Fresenius macht gute Erfahrungen mit diesem Angebot. Die 30 Stellplätze für Nachtparker:innen und die 60 für Dauerparker:innen in ihrer Tiefgarage seien ausgebucht, teilt eine Sprecherin auf Anfrage mit. In den städtischen Parkhäusern Mauritiusgalerie und City II dagegen gibt es noch freie Kapazitäten.

„Wir können den Straßenraum in Wiesbaden nicht vermehren, deshalb müssen wir vorhandene Parkplätze effizienter nutzen“, erklärt Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne). Das Angebot von Edeka Nolte sei für ihn ein Musterbeispiel, das Nachahmer:innen finden solle. Die Stadt sei bereits mit einer Versicherung für ein ähnliches Angebot im Gespräch, sagt Daniel Sidiani vom Verkehrsdezernat.

Um die Innenstadt von zugeparkten Straßen zu befreien, würde Kowol gerne Autofahrer:innen dazu bewegen, ihre Fahrzeuge in den Parkhäusern im näheren Umkreis der City abzustellen. Der Fußweg in die Einkaufszonen beträgt bis zu 600 Meter, für die man etwa 10 Minuten braucht. Über die städtische Homepage kann die Auslastung der Parkhäuser eingesehen werden. Das Angebot soll künftig enger geknüpft werden. „Wir streben Fußwege von 300 Metern an“, sagt Sidiani. Außer am Dern’schen Gelände, bei Karstadt und am Bowling Green gebe es in den Parkhäusern genug freie Plätze. „Engpässe gibt es nur in den Wohngebieten.“

Um dort das Parken zu erleichtern, plant die Stadt ein neues Parkhaus in der Klarenthaler Straße. Dort sollen die Autos unterkommen, die zurzeit den Elsässer Platz zu einer Blechlawine machen. Das Parkhaus soll 400 Stellplätze haben und 2023 fertig werden. Zudem ist ein Parkhaus mit 1900 Stellplätzen an der Berliner Straße vorgesehen. Beide sollen von der Stadt betrieben werden. Sie verfolgt das Ziel, auch andere Parkhäuser in städtischer Regie zu bewirtschaften, denn das würde es ermöglichen, über die Preisgestaltung Anreize zu setzen.

Die neuen Parkhäuser werden weitere Funktionen erfüllen. Neben Elektro-Ladestationen sollen dort auch Micro Hubs eingerichtet werden, wo Lieferdienste die Pakete auf Lastenräder umladen.

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