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Nachhaltigkeit im Sinn

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Erdbeeren sollen dann gekauft werden, wenn Erdbeersaison ist. Ilona Surrey
Erdbeeren sollen dann gekauft werden, wenn Erdbeersaison ist. Ilona Surrey © Ilona Surrey

Die Ausstellung „Eco-City Wiesbaden“ in der Oranier-Gedächtniskirche möchte Kinder zum Nachdenken über die Themen Nachhaltigkeit und Energieverbrauch anregen. Die Ausstellung entstand durch eine Kooperation der evangelischen Jugendkirche und der Schulsozialarbeit.

Von Tim Niendorf

Das Ziel ist klar: „Wir wollen das Bewusstsein der Kinder für den Energieverbrauch schärfen“, sagt Jörg Schneider vom Schulsozialamt. Die Ausstellung „Eco-City Wiesbaden“ in der Oranier-Gedächtniskirche ist seit Donnerstag geöffnet. Bis zum 19. Februar werden sich etwa 20 Schulklassen der Jahrgänge sechs und sieben hier über die Themen Nachhaltigkeit und Energieverbrauch informieren.

Vor allem der Mitmachfaktor spielt eine große Rolle. An verschiedenen Stationen können die Kinder selber aktiv werden und auf diese Weise das Erlernte besser verarbeiten. So gibt es zum Beispiel die Aufgabe, Abfall richtig zu sortieren. „Viele Menschen aus der Stadt wissen gar nicht so genau, wie man Müll richtig entsorgt“, erklärt Schneider. „Es wird einfach alles in den Restmüll geworfen.“ Auf Infoblättern können sich die Schüler auch darüber informieren, wie lange es braucht, bis verschiedene Abfallarten im Meer abgebaut werden.

An einer weiteren Station sollen sie mithilfe eines Fahrrads Energie erzeugen. Davon sind die jungen Besucher begeistert. Wer zuerst auf das Rad steigen darf, regeln sie ganz fair durch „Schnick, Schnack, Schnuck“. Anschließend wird kräftig gestrampelt. Schneider erläutert: „Mit diesem Fahrrad können fünf Volt erzeugt werden.“ Damit könne man eine Glühbirne zum Leuchten bringen. Ein Fernseher brauche schon drei Mal so viel Energie.

Mitmachfaktor spielt große Rolle

Lars Blechert-Murawski, ebenfalls vom Schulsozialamt, hebt den erzieherischen Effekt des Projekts hervor: „Die Kinder sollen durch die Ausstellung selbstständiger werden“.

An einer anderen Station wird den Schülern gezeigt, was es beim Einkaufen zu beachten gilt. Die Aufgabe: Obst und Gemüse soll den Jahreszeiten der Ernte zugeordnet werden, damit die Schüler lernen, auf Nachhaltigkeit zu achten. „Es geht um den richtigen Konsum, ohne gleich auf etwas verzichten zu müssen“, so Schneider. Und Blechert-Murawski stimmt zu: „Den nächsten Einkauf werden sie mit einem ganz anderen Blick wahrnehmen.“ Es sei wichtig, zu wissen, was hinter einem Produkt stecke. Und ganz gleich, welche Aufgabe die Kinder gerade lösen: Die Freude, mal nicht im Klassenraum sitzen zu müssen, ist jedem ins Gesicht geschrieben.

Die Ausstellung entstand durch eine Kooperation der evangelischen Jugendkirche und der Schulsozialarbeit. Die Alexej von Jawlensky Schule und die Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule waren auch beteiligt. Ein Jahr lang hatten 16 Schüler der Jahrgangsstufen acht und neun das Projekt entwickelt. Das Projekt soll schon bald an Schulen fortgesetzt werden. „Das vorhandene Material wird dann wiederverwendet und ausgebaut“, so Blechert-Murawski. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.

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