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Nach der Eis-Disco ist vor der Eis-Disco

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Von: Arne Löffel

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Nach einem Defekt an der Wiesbadener Kunsteisbahn musste improvisiert werden - und das Provisorium hat sich bewährt. Trotz des milden Winters kamen zahlreiche Besucher. Deshalb soll das Projekt fortgesetzt werden.

An sich ist Julia Kleinhenz, die Vorsitzende des Fördervereins „Eissport für Wiesbaden“, sehr zufrieden mit dem Provisorium der Henkell-Kunsteisbahn. „Die Qualität des Eises ist wirklich gut, fast besser als vorher“, sagt sie und blickt optimistisch auf die kommenden Eissport-Jahre in Wiesbaden.

Dazu hat sie auch allen Grund, denn Thomas Baum, Leiter des verantwortlichen städtischen Eigenbetriebs „Mattiaqua“ ist ebenfalls zufrieden mit der laufenden Saison. „Wir haben bis Ende Januar 34 000 Besucher gezählt. Das ist nahezu der Wert der Saison 2013/14“, so Baum. Das vergangene Eislauf-Jahr sei kein guter Vergleichszeitraum, weil die Bahn wegen eines technischen Defekts vier Wochen geschlossen werden musste. Dieser Defekt führte auch zum besagten Provisorium. „Wir gehen fest davon aus, dass wir hier auch im kommenden Jahr wieder Eislauf-Betrieb anbieten werden“, sagt Baum, was auch Kleinhenz freut.

Das kleine Team des noch jungen Fördervereins kämpft enthusiastisch für den Erhalt des Eissports in der Landeshauptstadt. „Wir vermarkten auch die Bandenwerbung an der Henkell-Kunsteisbahn und tragen so zur Finanzierung bei“, erklärt Kleinhenz. Das komme letztendlich den – grob geschätzt – 400 aktiven Eishockeyspielern sowie Eisprinzen und -prinzessinnen zugute, die in vier Wiesbadener Vereinen organisiert sind. Der Vertrag über die Vermarktung der Bandenwerbung laufe bis 2018.

Auch darüber hinaus wird der Eissport in Wiesbaden sicherlich eine große Rolle spielen. Allein deshalb, weil die Gestaltung einer neuen Eisbahn der erste Testlauf für das von der Stadt initiierte Bürgerbeteiligungsverfahren werden soll. Das stimmt Kleinhenz zuversichtlich. „In Kombination mit der sehr positiven Zusammenarbeit mit Mattiaqua glaube ich, dass die Stadt es wirklich ernst meint mit dem Eissport in Wiesbaden“, sagt Kleinhenz.

Wetterfeste Bahn wäre schön

Um die Zukunft des Eissports zu sichern, soll laut Baum eine neue Eisfläche errichtet werden. Über das Wie und Wo sollen die Bürger mitentscheiden. „Wenn wir uns was wünschen könnten, dann wäre eine wetterunabhängige Lösung toll“, meint Kleinhenz. Wetterunabhängig würde mindestens ein Dach bedeuten, noch besser eine Halle. „Wind und Regen sind schwierige Umweltbedingungen fürs Eislaufen und die Technik der Bahn. Wäre die Bahn wetterfest, würde das die Saison verlängern, was derzeit technisch gar nicht über Mitte März hinaus möglich ist“, so Kleinhenz, die sich wünscht, noch viel mehr Menschen fürs Eislaufen zu begeistern.

„Ich habe selbst erst mit 45 Jahren meinen ersten Kurs belegt, meine Pirouetten sind noch nicht ganz rund“, berichtet Kleinhenz. Aber sie ist guter Dinge, dass sie die erste runde Pirouette auf einer Eisbahn in Wiesbaden drehen wird.

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