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Mozarts Opern und Brechts Renner in Wiesbaden

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Von: Diana Unkart

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Das Berliner Ensemble gastiert mit Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ in Wiesbaden. JR Berliner Ensemble
Das Berliner Ensemble gastiert mit Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ in Wiesbaden. JR Berliner Ensemble © JR Berliner Ensemble

Die Internationalen Maifestspiele warten mit einem geballtem Programm auf. Das Publikum darf sich auf Opern, Liederabende, Filme, Tanz, Schauspiel oder Lesungen freuen.

Zwei Jahre mussten die Internationalen Maifestspiele, die Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende als „die wichtigsten Festspiele im Kalender der Stadt“ bezeichnet, pausieren. In diesem Jahr sind sie zurück: „groß, gut und vielversprechend“, wie Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, sagt. Und nach der erzwungenen Pause noch vielfältiger, könnte man hinzufügen. Einiges ist neu. Zum Beispiel der Programmpunkt am Vorabend. Am 30. April erklingt Carl Maria von Webers „Freischütz“ aus Anlass seines Jubiläums 200 Jahre nach der Uraufführung 1821. Neu sind auch einige Kooperationen, wie die mit der Wanderbühne Freudenberg.

Die aktuelle Situation schreie nach einem großen Aufbruch, schreibt der Intendant im Vorwort des Programms. Auf großen kunst- und geistesgeschichtlichen Aufbrüchen liege deshalb ein besonderer Schwerpunkt. Die Maifestspiele starten am 1. Mai mit Jörg Widmanns Oper „Babylon“, 2012 an der Bayerischen Staatsoper München uraufgeführt, 2019 in Berlin gespielt. „Ein ungewöhnlich tolles Werk“, lobt Laufenberg. Ein Großereignis, opulent, laut, fantasievoll, ein Aufbruch in die Zukunft der Oper, zählt er auf. Das Staatstheater wagt sich an die weltweit dritte szenische Umsetzung des Werks, dessen Libretto der Philosoph Peter Sloterdijk geschrieben hat.

Seit 2015 sind am Staatstheater Wiesbaden Mozarts sieben „Meisteropern“ inszeniert worden. Während der Festspiele werden sie in der Reihenfolge ihrer Entstehung aufgeführt. „Idomeneo“ macht am 13. Mai den Anfang, mit der Oper „Titus“ endet der Zyklus am 27. Mai.

Vorverkauf und Gala

Der Vorverkauf startet am 21. Februar. Karten sind an der Theaterkasse, telefonisch unter 0611/132325 oder online unter www.maifestspiele.de erhältlich.

Wegen der geltenden Coronaverordnungen ist der Theaterbetrieb derzeit eingeschränkt. Zunächst wird nur ein Teil der Sitzplatzkapazitäten in den Verkauf gegeben.

Der Förderkreis der Internationalen Maifestspiele lädt für Montag, 14. März, um 18.30 Uhr zur Spendengala unter dem Motto „Willkommen! Bienvenue! Welcome! im Cabaret!“ ein. Im Foyer und auf der Bühne präsentieren die Künstler:innen Hauses Musik, Gesang und Prosa. diu

Spartenübergreifend und vielfältig ist das Programm. Liederabende, Schauspiel, Tanz, Performances und Filme sind am Staatstheater und an anderen Spielorten in der Stadt zu erleben. Mehr als 900 Künstler:innen aus dem In- und Ausland werden zu Gast sein. Geplant sind 46 Gastspiele und 15 Produktionen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Bei den Jungen Maifestspielen, die Inszenierungen für Kinder und Jugendliche zeigen, gibt es zwölf Produktionen. Wiesbadens freie Szene wird mit sieben Projekten vertreten sein.

Ein besonderes Schauspiel erwartet das Publikum am Sonntag, 8. Mai: Dann wird Tom Stoppards scharfsinnige Trilogie „Die Küste Utopias“ aufgeführt, zwölf Stunden lang dauert das, um 11 Uhr geht es los. Freundinnen und Freunde des Schauspiels dürfen sich zudem auf ein Gastspiel des Berliner Ensembles mit Barrie Koskys hochgelobter Neuinszenierung der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht und Kurt Weill freuen. Als weiteres Stück bringt das Berliner Ensemble „Mein Name sei Gantenbein“ mit Matthias Brandt auf die Bühne. Die Münchner Kammerspiele spielen kein klassisches Theaterstück, sondern eine Romanadaption von Gabriele Tergits Epos „Effingers“, ein Porträt über das Leben einer jüdischen Familie zwischen 1883 und 1942.

Wiesbaden hat das Jahr 2022 zum „Jahr des Wassers“ ausgerufen. Die Performance „War of Water“ nimmt darauf Bezug. In der Marktkirche verabschiedet sich das vielfach ausgezeichnete solistische Vokalensemble Cantus Cölln von seinem Publikum. Besondere Erinnerungen hat Uwe Eric Laufenberg an ein Konzert von „Wildes Holz“, das er, muss er gestehen, mit einigen Zweifeln besucht habe – in der festen Überzeugung, das Ende nicht zu hören. Er blieb. „Zum Schluss standen alle auf den Stühlen.“

Begleitend führt die Ausstellung „Vorhang auf!“ durch die Geschichte der Internationalen Maifestspiele. Konzipiert für deren 125. Geburtstag im vergangenen Jahr, als sie pandemiebedingt abgesagt werden musste, zeigt sie anhand zeitgenössischer Requisiten, Kostüme, Accessoires oder Künstlerkarikaturen 125 plus ein Jahr Theatergeschichte in den Kurhauskolonnaden. Die Jubiläumsausstellung ist eine Kooperation von Stadtmuseum „Sam“ und Staatstheater.

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