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Mogelschinken im Clubbistro

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Bloßgestellt: Das Wiesbadener La Rucola taucht im Internet auf - alles andere als Reklame.
Bloßgestellt: Das Wiesbadener La Rucola taucht im Internet auf - alles andere als Reklame. © Monika Müller

Mogelschinken für die Tennisspieler: Überraschenderweise akzeptiert der Verein Blau-Weiß Wiesbaden den "Deklarationsfehler" des "La Rucola"-Wirtes. Von Michael Grabenströer

Von Michael Grabenströer

Wegen der Verwendung von "Mogelschinken" gibt es keinen zusätzlichen Klärungsbedarf mehr zwischen dem Tennisclub Blau-Weiss als Vermieter, und dem Betreiber des Restaurants "La Rucola", der auch das Club Bistro der Tennisspieler bewirtschaftet. Der Tennisclub akzeptiert - so die zweite Vorsitzende Anna-Marita Leibbrand zur FR - die Erklärung von Rucola-Mitinhaber Enzo di Gregorio, dass es sich bei der Verwendung des Mogelschinkens um einen "Deklarationsfehler" gehandelt haben soll.

Dieser Fehler war allein auf die Club-Restauration beschränkt - "mit eigener Speisekarte und Preisgestaltung" . So bekamen die Esser des Tennisclubs mit Mogelschinken belegte Pizza, Calzone oder italienischen Salat. Restaurant und Club wurden aus der gemeinsamen Küche versorgt. "Es gab keine strikte Küchentrennung", heißt es in einem Bericht der Lebensmittelkontrolleure.

Tennisclubverantwortliche haben, so Leibbrand weiter, inzwischen mit dem Rucola-Betreiber die Speisenkarten kontrolliert. Nunmehr dürften sich auch auf der Clubkarte für Tennisclubmit-glieder keine falsch deklarierten Speisen wie das billige Schinkenimitat aus schnittfestem Stärkegel und kleinen Fleischstückchen mehr befinden.

Insgesamt kam es in Wiesbaden 2009 bei 20 Untersuchungen wegen falscher Kennzeichnung und der Verwendung von Mogelschinken zu 12 Beanstandungen. Bei den Nachkontrollen fiel nur La Rucola auf. Doppelverstösse - hatte das Umwelt- und Verbraucherschutzministerium angedroht - würden im Internet veröffentlicht.

Bei allen Beanstandungen drohen "engmaschige" Nachkontrollen, hieß es in der Stadt Wiesbaden, der die Kontrollen unterstehen. Bei 100 Euro lag das Bußgeld für den Mogelschinken. Das Geld wurde gezahlt. Der Verwaltungsakt ist nun rechtskräftig,

Kenner der Gastronomieszene schätzen den Schaden, der durch die Veröffentlichung entstanden ist, erheblich höher ein. Es gehe nun darum, das Vertrauen der Kunden zurück zu gewinnen.

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