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Wiesbaden

Mit dem Rad statt mit dem Elterntaxi zur Schule

Forscherinnen und Forscher untersuchen, unter welchen Bedingungen Schüler:innen umsteigen.

Hessenweit werden elf Prozent der Schulwege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Der Anteil der Elterntaxis ist hingegen fast doppelt so hoch. In mancher Grundschule würden mehr als 30 Prozent der Kinder mit dem Auto gebracht. Viele Eltern wüssten gar nicht, dass sie damit die Entwicklung ihres Kindes aktiv hemmen, sagt Volker Blees, Professor für Verkehrswesen an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden. Er erforscht in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Wissenschaftlern der Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt-Rhein-Main (ivm), was Eltern abhält, ihre Kinder mit dem Rad fahren zu lassen, und was Schulen unternehmen können, um das Radfahren zu fördern.

Dass Laufen und Radfahren gut für die Gesundheit sind, dürfte bekannt sein. Um die Zusammenhänge von Bewegung und kognitiver sowie sozialer Entwicklung wissen bislang aber eher Fachleute. Jugendlichen helfe das Radfahren, selbstständiger zu werden und ihre Welt zu entdecken. Das Bundesverkehrsministerium fördert das Forschungsprojekt „Deine Schule per Rad“ mit rund 365 000 Euro.

Nach einer Umfrage, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Auftrag gegeben hat, denken 77 Prozent der Befragten, dass mehr Eltern ihre Kinder mit dem Rad zur Schule fahren oder zu Fuß gehen ließen, wenn die Schulwege sicherer wären. Volker Blees sagt, das Fehlen von Radwegen werde häufig als Grund dafür angeführt, dass das Fahrrad nur wenig genutzt werde. Seine und die Forschungen seiner Kolleginnen und Kollegen zeigen jedoch, dass auch andere Faktoren eine Rolle spielen: die Vorbildfunktion von Eltern oder Lehrkräften zum Beispiel, die Radverkehrskultur vor Ort und die Frage, ob die Räder sicher abgestellt werden können.

In einem ersten Schritt sollen nun die Einflussfaktoren ermittelt und analysiert werden. An einer Schule fahren viele Schüler:innen Rad, an einer anderen mit ähnlichen Voraussetzungen aber nicht. Woran liegt das? An der Schulform? An der Sozialstruktur? In einem zweiten Schritt werden 20 Schulen – darunter einige Grundschulen und weiterführende Schulen – einbezogen und werden Lehrer:innen und Eltern befragt. Für jede dieser Schulen wird ein spezifisches Programm entwickelt. 2022 sollen die ersten Schulen beginnen, Vorschläge daraus umzusetzen.

Schulen hätten durchaus Möglichkeiten, die Einstellung zum Radfahren zu beeinflussen, sagt Volker Blees. Stellt sich bei den Befragungen heraus, dass es vor allem die auf extreme Sicherheit bedachte Haltung der Eltern ist, die den Schulweg per Rad verhindert, dann könnte Aufklärung helfen. Die Schule könne auch das Radfahren in den Unterricht integrieren und Ausflüge mit dem Rad unternehmen oder einen Teil des Lehrpersonals dafür gewinnen, selbst aufs Rad zu steigen.

Im Jahr 2023 sollen ein Analysetool und ein Anwendungsbuch für die Praxis vorliegen, auf das alle Schulen zurückgreifen können. Es soll ihnen helfen, die Bedingungen so zu gestalten, dass Kinder und Jugendliche lieber das Rad statt das Elterntaxi nutzen.

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