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Misstrauen gegenüber Wiesbadener Awo-Vorstand

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Von: Madeleine Reckmann

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Wolfgang Hessenauer, Awo-Vorstandsvorsitzender
Wolfgang Hessenauer, Awo-Vorstandsvorsitzender © AWO

Oppositionsfraktionen vermuten, dass Sozialdezernent Manjura geschützt werde.

Schützt der aktuelle Vorstand der Wiesbadener Arbeiterwohlfahrt (Awo) den Sozialdezernenten Christoph Manjura (SPD)? Könnte es sein, dass der Vorstand mit den Vorwürfen gegen ihn anders umgeht als mit denen gegenüber anderen Personen, die sich Vergleichbares haben zuschulden kommen lassen? Dies vermuten Mitglieder der Oppositionsfraktionen im Rathaus, FDP, CDU und Freie Wähler/Pro Auto. Das Misstrauen geht unter anderem darauf zurück, dass Awo-Vorstand und Manjura das gleiche Parteibuch haben, was aus Andeutungen des FDP-Fraktionschefs Christian Diers im Revisionsausschuss hervorgeht. Die SPD bildet mit Grünen, Linken und Volt die Regierungsmehrheit. FDP und CDU verlangen, dass der Awo-Vorstand im Revisionsausschuss auf ihre Fragen antwortet.

Die Awo-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Hessenauer und Franz Betz waren im Januar 2020 angetreten, um die Skandale ihrer Vorgänger aufzuklären. Diese hatten ein Netz von Günstlingswirtschaft aufgebaut, in das etliche bekannte Persönlichkeiten verstrickt sind, so auch Manjura. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat kürzlich gegen Manjura Anklage wegen Beihilfe zur Untreue erhoben. Er wird beschuldigt, 2015 bis 2017, als Manjura noch einfacher Stadtverordneter war, sich von der früheren Vorstandsvorsitzenden Hannelore Richter habe anstellen lassen, ohne eine Gegenleistung erbringen zu müssen. Zusätzlich hatte er als geringfügig Beschäftigter in einem Altenheim ein Scheinarbeitsverhältnis. Insgesamt soll ein Schaden von 112000 Euro entstanden sein. Außerdem wird ermittelt, ob Manjura als Dezernent Dienstgeheimnisse an die Awo weitergegeben hat.

Ralf Buch, der im Revisionsamt prüft, ob der Stadt durch die Vorgänge bei der Awo Schäden entstanden sind, hat allerdings kaum etwas an der Zusammenarbeit mit der Awo bei der Aufklärung der Machenschaften auszusetzen.

Aufgrund der seit Monaten anhaltenden Kritik im Revisionsausschuss ist dem Awo-Vorstand der Kragen geplatzt. In einem Brief an Oberbürgermeister Mende (SPD) schreibt er, dass es nur darum gehe, einen „aufgedeckten und gründlich aufgearbeiteten Skandal aus politischen Gründen am Köcheln zu halten.“ Dies weisen FDP und CDU empört zurück. Im Juli hatte Wolfgang Hessenauer der FR gesagt, der Ausschuss könne ihn ja einladen, wenn er Fragen habe. Dies soll nun geschehen.

Franz Betz, stellvertretender Awo-Vorstandsvorsitzender
Franz Betz, stellvertretender Awo-Vorstandsvorsitzender © AWO

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