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650 Meter für Radler

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Von: Christina Franzisket

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Verkehrsdezernentin Möricke testet die neue Fahrradstraße.
Verkehrsdezernentin Möricke testet die neue Fahrradstraße. © Michael Schick

Erste Fahrradstraße in Kastel eröffnet. Das Radverkehrsforum erarbeitet einen Katalog

Die Eleonorenstraße in Kastel ist Wiesbadens erste „Fahrradstraße“. Auf dem Asphalt leuchtet die frisch aufgetragene Markierung in From eines Fahrrads. Vergangene Woche wurde hier ein Verkehrsschild, das den Anfang der 650 Meter langen Strecke kennzeichnet, feierlich von Verkehrsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) enthüllt.

Die Eleonorenstraße ist von nun an Radfahrern vorbehalten. Hier dürfen Radler sogar nebeneinander fahren. Die Strecke bleibt aber auch für den Anliegerverkehr frei. Andere Fahrzeuge dürfen sie nur mit einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde befahren. Möricke nannte die Einrichtung der ersten Fahrradstraße „einen signalträchtigen Baustein für die Stärkung der Interessen des Radverkehrs“.

Die Bauzeit des Abschnitts betrug, den Angaben der Stadt zufolge, einen Monat, die Kosten beliefen sich auf rund 45000 Euro. „Die Maßnahme dient der Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger“, sagte Möricke. Zudem sei die Straße nun Teil der Regionalparkroute und diene dem Netzschluss der Radverkehrsbindung im Zuge des Fernradwegs R3, vom Rheingau bis nach Fulda.

Möricke teilte mit, dass die Einrichtung dieser Fahrradstraße nur ein erster Schritt sei, um das Angebot für Radler in Stadt und AKK zu verbessern. Demnächst werde die Fahrradstraße durch einen zweiten Abschnitt in der Eleonorenstraße über die Johannes-Goßner-Straße hinaus bis zur Einmündung in die Rampenstraße verlängert.

Fahrradstraße in Innenstadt geplant

Im Rahmen des Rad-Forums wurde nach Auskunft des Verkehrsdezernats bereits ein „umfangreicher“ Katalog an gewünschten Maßnahmen erstellt. Dieser werde laut Möricke nun nach und nach abgearbeitet.

Etwa soll als nächstes eine Fahrradstraße in der Wiesbadener Innenstadt, genauer gesagt in der Bertram- und Goebenstraße, entstehen. Außerdem enthalten ist die Ausweisung eines Hochschulrings, der die vier städtischen Hochschulstandorte für Radler miteinander verknüpft. Mehrere Fahrradschutzstreifen sollen geschaffen werden, um Lücken im Radwegenetz zu schließen, aber auch neue Straßen für Radfahrer sollen erschlossen, Abstellmöglichkeiten erweitert, eine wegweisende Beschilderung von Radwegen eingerichtet und ein umfangreiches Radverleihsystem angeboten werden.

In einem dritten Radverkehrsforum, für das bei Redaktionsschluss noch kein Termin feststand, sollen demnächst neue Projekte vorgestellt werden. Ein Radverkehrskonzept soll erstellt werden, das eine Bestandsaufnahme und Analyse der Radverkehrsanlagen und die Überarbeitung des Radwegenetzes und der Abstellanlagen beinhalten soll. Ein weiteres Thema soll die Überwachung der Radverkehrsanlagen wegen Falschparkern sein.

Insgesamt stehen nach Auskunft des Verkehrsdezernats 2,2 Millionen Euro im Haushalt 2014/15 für Radfahrer zur Verfügung: „In der Vergangenheit ist dem Radverkehr nicht das notwendige Gewicht eingeräumt worden“, sagte Möricke. Das müsse sich ändern. „Doch bis ein Gesamtkonzept eingeräumt ist, ist es ein langer Weg. “

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