Bei dem Busunglück im November 2019 war ein Mann ums Leben gekommen. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt.
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Bei dem Busunglück im November 2019 war ein Mann ums Leben gekommen. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt.

Wiesbaden

Menschliches Versagen Ursache für Busunfall

Ein Gutachten und der Abschlussbericht der Polizei zu dem Unglück am Hauptbahnhof liegen vor. Nun prüft die Staatsanwaltschaft.

Menschliches Versagen hat wohl nach derzeitigem Informationsstand zu dem schweren Busunfall vor dem Hauptbahnhof in Wiesbaden geführt. Das geht aus dem unfallanalytischen Gutachten und dem Abschlussbericht der Polizei hervor. Beide Untersuchungen liegen inzwischen der Wiesbadener Staatsanwaltschaft vor. Bei dem Unglück im November 2019 war der 85-jährige, in Wiesbaden bekannte Handballbetreuer Horst Bundschuh ums Leben gekommen. Mehr als 20 Menschen wurden teilweise schwer verletzt.

Technische Mängel am Bus als Ursache könnten ausgeschlossen werden, sagt Oberstaatsanwalt Andreas Winckelmann. Die Behörde wertet nun die beiden Untersuchungen aus und prüft, ob Anhaltspunkte für fahrlässige Tötung vorliegen, die zu einer Anklage führen würden. Hinweise auf einen medizinischen Notfall gibt es auch nicht. Bei dem zum Zeitpunkt des Unfalls 65 Jahre alten Busfahrer hatte es keine Hinweise auf die Einnahme von Alkohol oder Drogen gegeben. Es war eine dramatische Szenerie in jenen Nachmittags- und Abendstunden des 21. November: Retter versorgten Verletzte, demolierte Autos standen vor dem Wiesbadener Hauptbahnhof. Ein Bus des städtischen Mobilitätsdienstleisters Eswe Verkehr war vor dem Hauptbahnhof zunächst in den Gegenverkehr geraten, dann mit mehreren Autos kollidiert, gegen einen stehenden Bus geprallt und hatte vor einer Bushaltestelle zwei Menschen erfasst: Horst Bundschuh erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Der Busfahrer hatte den Bus kurz zuvor von einem Kollegen übernommen. Dessen Rolle im Unfallgeschehen wird nun ebenfalls überprüft.

Weiterer Unfall mit Bus

Am vergangenen Freitag war es zu einem weiteren Vorfall mit einem Linienbus gekommen. Vor dem Einkaufszentrum „Luisenforum“ in der Dotzheimer Straße geriet ein Bus in Brand. Die Ursache sei nach wie vor unklar, sagt Christian Giesen, Sprecher von Eswe Verkehr. Ein Gutachter untersucht den Bus derzeit. Er soll herausfinden, wo genau das Feuer ausgebrochen ist. Zunächst war Rauch aus dem Heck des Fahrzeugs, wo sich der Motor befindet, gedrungen. Kurz darauf loderten Flammen. Der Fahrer und die Fahrgäste konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, so dass niemand verletzt wurde.

Nach Angaben des Verkehrsunternehmens war der Bus seit Februar 2012 im Einsatz und hatte bis zum Zeitpunkt des Brandes rund 530 000 Kilometer gefahren. Das Durchschnittsalter der 290 Fahrzeuge umfassenden Linienbusflotte liegt bei sechseinhalb Jahren. Maximal sei ein Linienbus von Eswe Verkehr zwölf Jahre im Einsatz, bevor er ausgemustert werde, sagt Giesen.

Die Wartungsintervalle hängen von der Zahl der gefahrenen Kilometer beziehungsweise der Jahre ab, die der Bus unterwegs ist. Statistisch komme es etwa einmal in zwei Jahren zu einem Motorraumbrand. Eswe Verkehr hat im Jahr 2019 rund 61 Millionen Fahrgäste befördert.

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