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Mehr Platz für die Kunst

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So sieht der seitlich nach hinten versetzte Anbau an das Kunsthaus von der Rückseite aus.
So sieht der seitlich nach hinten versetzte Anbau an das Kunsthaus von der Rückseite aus. © FR/Müller

Einheimische Künstler und Wiesbadener Sammlungen sollen künftig im Kunsthaus auf dem Schulberg eine größere Ausstellungsfläche bekommen. Von Mirjam Ulrich

Von Mirjam Ulrich

Die Kunst bekommt in Wiesbaden mehr Platz: 350 Quadratmeter ist die neue Ausstellungshalle groß, die die Stadt als Anbau an das Kunsthaus auf dem Schulberg errichten lässt. Knapp neun Wochen nach der Grundsteinlegung steht jetzt der Rohbau. "Wir wollen hier einheimische Künstler und Wiesbadener Sammlungen zeigen, sofern die Besitzer uns ihre Schätze zur Verfügung stellen", kündigt Kultur- und Hochbaudezernentin Rita Thies (Grüne) an.

Das Rathaus-Foyer, wo das Kulturamt bislang Künstler ausstelle, müsse es sich mit vielen anderen teilen. Im Kunsthaus sei in der Aula nur Platz für kleine Schauen. "Wir planen schon lange, den Blick der Öffentlichkeit mehr auf die Ausstellungen im Kunsthaus zur richten und die Artothek in die Stadt zu holen, um deren Bestand zu zeigen." Die Artothek, bei der sich Privatleute für 26 Euro für ein halbes Jahr Kunstwerke ausleihen können, zieht in den Keller des neuen Anbaus. Dort bekommt sie doppelt so viel Fläche wie bisher im Stadtarchiv am Rande des Künstlerviertels.

Für die Ausstellungen und die Artothek auf dem engen Grundstück adäquate Räumlichkeiten zu schaffen, sei eine Herausforderung gewesen, sagt der Architekt Roland Effgen aus Wiesbaden. "Zudem galt es, zwischen dem Alt- und dem Neubau ein gutes Verhältnis zwischen Eigenständigkeit und Integration zu finden." Die innen fünf Meter hohe Ausstellungshalle ist mit der Aula des Kunsthauses durch einen Gang verbunden. Ein kleines Café soll es dort ebenfalls geben.

Das Geld für den barrierefreien Anbau - 2,3 Millionen Euro - stammt aus dem Konjunkturprogramm II. Das feste Budget stellt Architekt Effgen und dem Projektleiter im Hochbauamt, Josef Häuser, zufolge eine Herausforderung dar. "Manche Arbeiten, wie etwa die Wiederherstellung der Fassade des Kunsthauses, werden warten müssen", sagt Häuser. Für den Neubau wurde zuvor die alte Werkstatt abgerissen, die 1945 an eine Seitenwand des Kunsthauses angebaut worden war.

Bei den Bauarbeiten wurde ein altes Gewölbe entdeckt, wodurch sich der Bau zudem etwas verzögerte. Dennoch zeigen sich Effgen und Häuser zuversichtlich, dass die Ausstellungshalle pünktlich im März 2011 fertig ist.

Das Lebenswerk erhalten

Auch das Stadtarchiv wird für eine Million Euro aus dem Konjunkturprogramm saniert. Die jetzigen Räume der Artothek im Stadtarchiv sind für die "Kunstarche" vorgesehen, ein Depot, um den Nachlass Wiesbadener Künstler zu betreuen. Die Idee stammt vom Bildhauer Wolf Spemann und den beiden Malern Arnold Gorski und Johannes Ludwig. Zusammen mit dem Kulturamt bilden sie den Arbeitskreis "Kunstarche". Damit soll verhindert werden, dass das Lebenswerk heimischer Künstler nach deren Tod verloren geht, obwohl es erhaltenswert ist. Zu Lebzeiten verkaufte Vincent van Gogh schließlich auch nur wenige Bilder - heute stehen Ausstellungsbesucher dafür Schlange.

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