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Für mehr Menschlichkeit in Wiesbaden

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Von: Arne Löffel

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Mit frischem Design will „Mitmensch Wiesbaden“ Aufmerksamkeit generieren.
Mit frischem Design will „Mitmensch Wiesbaden“ Aufmerksamkeit generieren. © Mitmensch-Wiesbaden

Bürgerliche Gegenbewegung zum Rechtspopulismus tritt an die Öffentlichkeit

Denkprozesse in Gang setzen, rechtsradikalen Tendenzen in der Gesellschaft entgegen treten und den Menschen eine Plattform bieten, die sich für ein positives soziales und politisches Klima in der Stadt engagieren– das sind die Ziele der neue Gruppe „Mitmensch Wiesbaden“, die gestern mit einer Internet-Seite an die Öffentlichkeit getreten ist.

Ihre erste Aktion: Eine große Anzeige im Stadtmagazin „Sensor“ ruft alle Wiesbadenerinnen und Wiesbadener dazu auf, am Sonntag, 6. März, zur Kommunalwahl zu gehen. „Die Wahlbeteiligung im Hinblick auf die Kommunalwahl in Wiesbaden, wie sicherlich in vielen anderen Städten auch, ist ein großes Problem. Sie ist mit knapp 40 Prozent einfach zu niedrig“, schreibt die Initiative. „Davon profitieren gerade jene, die als Minderheiten gelten, gegenwärtig aber durch die Flüchtlingssituation auf einer Welle surfen, die bundesweit keine Mitmenschlichkeit suggeriert.“ Wählen gehen sei, so Andreas Rolle für die Initiative, auch ein Akt der Menschlichkeit. Es sei der Initiative wichtig gewesen, vor der Kommunalwahl ein deutliches Signal zu setzen. „Wir verbreiten den vom Hochschul-Präsident Detlev Reymann formulierten Aufruf im Internet und auch als Aufkleber in der Fußgängerzone“, so Rolle.

Unterzeichnet haben diesen Aufruf ein überparteilicher und in weiten Teilen auch außerparlamentarischer Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern aus der Stadt und eine Vielzahl von Menschen, die ihren Arbeitsmittelpunkt in Wiesbaden haben. Rolle betont, dass es in Wiesbaden noch keinen richtigen Rechtsruck gebe, dass er und seine rund 20 Mitstreiterinnen und Mitstreiter aber bereits im privaten wie beruflichen Umfeld zum Teil alarmierende Aussagen zu hören bekommen hätten. „Dieser schleichende Rechtspopulismus und die sich ausbreitende Salonfähigkeit rassistischer Meinungen ist einer der Gründe, warum wir uns an die Öffentlichkeit wenden“, sagt Rolle.

Wichtig sei der Initiative, über die kurzfristige Mobilisierung zur Kommunalwahl hinaus, Projekte und Menschen auf der Internetseite vorzustellen, die Gutes für Wiesbaden tun. „Es gibt so viele Menschen, die sich zum Beispiel ehrenamtlich für die Integration von Flüchtlingen engagieren, dass wir gerne darüber berichten und diesen Projekten eine Plattform bieten wollen“, erklärt Rolle das Konzept der Internetseite.

So will „Mitmensch Wiesbaden“ jenen Mut machen, die sich davor fürchten, dass Deutschland oder Wiesbaden es nicht schaffen, die Flüchtlinge in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen eine Perspektive zu bieten. „Es wird so viel getan, aber das geht im Moment unter“, so Rolle. Dabei sei es eben die Hilfestellung für die Schutzsuchenden, die Wiesbaden jetzt brauche. „Wir wollen dazu inspirieren, auch Gutes zu tun und eine Antwort auf alle sein, die ,Deutschland den Deutschen‘ fordern.“

Die neue Initiative ist laut Rolle offen für Mitstreiterinnen und Mitstreiter und Input jeder Art. Wer ein Projekt hat, das er vorstellen will oder einfach mithelfen möchte, kann sich unter info@mitmensch-wiesbaden.de an uns wenden“, betont Rolle. Der Kreis der 20 Gründungsmitglieder wird auf der Internetseite vorgestellt. Zu Beginn der Aktion sind ganz bewusst keine Parlamentarier darunter, um die Initiative nicht angreifbar zu machen.

Mehr Infos gibt es unter
www.mitmensch-wiesbaden.de

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