Wiesbaden

Mehr Kinder in Kitas

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Eine neue Datenanalyse zeigt, dass die Betreuung an Schulen in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut wurde. Nach wie vor entscheidet aber die Herkunft über den Bildungserfolg.

Das Wiesbadener „Monitoring zur Bildungsbeteiligung“ ist fortgeschrieben und aktualisiert worden, berichtet die Stadtverwaltung. Es zeigt, dass die Bildungsbeteiligung in der Stadt nach wie vor stark vom sozialen Status der Eltern abhängt.

Aus der Datenanalyse geht auch hervor, dass im Jahr 2017 jedes dritte Kind im Alter von unter drei Jahren eine öffentlich geförderte Kindertageseinrichtung besuchte. Diese Quote hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Unverändert hoch ist die Betreuungsquote bei den Drei- bis unter Sechsjährigen; sie lag 2017 bei 91 Prozent, wobei fünf von sechs Kindern täglich sieben Stunden oder länger betreut wurden.

Ausgebaut wurde die Tagesbetreuung für Grundschulkinder. Im Jahr 2007 standen für knapp 40 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen Betreuungsplätze bereit. 2017 sind knapp zwei Drittel der Grundschüler mit einem Betreuungsplatz am Nachmittag versorgt gewesen. Nach der Grundschule werden die Weichen für spätere Bildungswege gestellt. Favorit bleibt das Gymnasium, auf dem im Schuljahr 2017/18 mit 51,3 Prozent mehr als die Hälfte aller Schüler der fünften Klassen unterrichtet wurde. Auf dem zweiten Platz in der Gunst der Eltern stehen die integrierten Gesamtschulen. Die neu eingerichtete Mittelstufenschule nahm 2,5 Prozent aller Fünftklässler auf. Dass der Bildungserfolg stark vom sozialen Status der Eltern abhängt, werde ein ums andere Mal bestätigt. Aus gut situierten Wohngebieten schafften 63 Prozent der Schüler den Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium, aus Stadtteilen mit sozialen Problemlagen nur rund halb so viele. Um Bildungsteilhabe zu fördern, wird an elf Schulen Schulsozialarbeit angeboten, davon profitierten rund 5000 Schüler.

Entgegen dem früheren Trend registriert das Monitoring eine rückläufige Abiturquote. Das liege daran, dass es keine doppelten Abiturjahrgänge aus G8 und G9 mehr gebe und nach Rückkehr zu G9 die Zahl der Oberstufenschüler abgenommen habe.

Im Bereich der beruflichen Schulbildung bestehe noch immer eine Konzentration der Auszubildenden auf einige wenige Ausbildungsberufe. Beliebte Berufe waren bei männlichen Jugendlichen Maler und Lackierer, Elektroniker in der Energie- und Gebäudetechnik sowie Tischler. Bei den weiblichen Lehrlingen lagen die Kauffrau für Büromanagement sowie die medizinische und die zahnmedizinische Fachangestellte auf den vorderen Plätzen. diu

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