Coronavirus

Mehr als 120 Filme

  • Meike Kolodziejczyk
    vonMeike Kolodziejczyk
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Das Exground Filmfest 2020 ist vorerst nur online „on demand“ zu sehen. Die Filme sollten eigentlich am 13. November im Kino Caligari in Wiesbaden gezeigt werden.

Sommer, Sonne, Hitze im Speckgürtel von Rom. Dazu ein paar scheinbar ganz normale Familien, die mehr und mehr ihren Aggressionen und sadistischen Neigungen frönen: Willkommen in der Vorstadthölle. Die bitterböse Sozialgroteske „Bad Tales“ der Brüder Damiano und Fabio D’Innocenzo sollte eigentlich zur Eröffnung der 33. Ausgabe des Exground Filmfestes am 13. November im Caligari in Wiesbaden gezeigt werden. Wegen der seit 2. November gültigen Corona-Beschränkungen kann der Film allerdings vorerst nur online geschaut werden – so wie sämtliche der mehr als 120 Filme des diesjährigen Festivals, das einen besonderen Blick auf Italien wirft.

Seit das Exground 1990 erstmals an den Start ging, hat es sich zu einem bundesweit bedeutsamen Festival für unabhängig produzierte Filme entwickelt. Doch 2020 ist alles anders, wie überall.

Das Festival

Die Filme und Angebote der 33. Ausgabe des Exground Filmfestes werden mit wenigen Ausnahmen vom 13. bis 22. November „on demand“ verfügbar sein.

Das jeweilige Programm kann ab Beginn der ursprünglich geplanten Kinovorführung für 48 Stunden angeschaut werden. Auf dem Youtube-Kanal und der Homepage von Exground wird die Eröffnung am Freitag, 13. November, ab 19 Uhr, mit den Reden sowie dem Film „Bad Tales“ zu sehen sein. Die Preisverleihung ist am Sonntag, 22. November, als Mischung aus Aufzeichnung und Live-Veranstaltung online verfügbar. Vergeben werden etwa die Jury- und Publikumspreise im Wert von 17 500 Euro.

Tickets sind für 5 Euro pro Vorstellung über https://ondemand.exground.com erhältlich.

www.exground.com

„Eine Pandemie hat die ganze Welt im Griff“, heißt es auf der Exground-Homepage, deswegen wurde das Festival schon früh als hybride Version geplant und gestaltet: Sämtliche Filme sollten nicht nur in den beteiligten Kinos in Wiesbaden sowie in Frankfurt und Darmstadt vor Publikum gezeigt werden, sie sollten auch in einem On-Demand-Programm online vom heimischen Sofa aus abrufbar sein. Das ehrenamtliche Organisationsteam hat damit quasi die Planung für zwei Festivals gestemmt, nebst facettenreichem Rahmenprogramm mit Ausstellungen und Veranstaltungen wie der beliebten Exground-Gong-Show und dem Filmquiz mit Rex Kramer. 121 unabhängig produzierte Lang- und Kurzfilme aus 45 Ländern, davon 41 Produktionen aus Deutschland, sollten in Wiesbaden in der Krypta der Marktkirche, in der Caligari Filmbühne, im Murnau-Filmtheater und im Nassauischen Kunstverein gespielt werden, darunter acht Welt-, drei Europa- und 30 Deutschland-Premieren. Ausgewählte Filme aus dem Fokus-Land Italien waren außerdem in Darmstadt im Programmkino Rex und in Frankfurt im Pupille Kino und im Kino des Deutschen Filmmuseums vorgesehen.

Dann wurde Ende Oktober der partielle Lockdown beschlossen: Statt Leinwand bleibt dem Publikum im November somit nur der Bildschirm zu Hause. „Trotz der erneuten Kinoschließungen im November sind wir extrem dankbar, dass wir das Festival fast komplett online präsentieren können“, erklärt Andrea Wink vom Organisationsteam des Festivals. „Noch glücklicher sind wir darüber, im Dezember unser ganzes Programm doch noch vor Publikum auf der großen Leinwand präsentieren zu können, sofern die Kinos dann wieder öffnen dürfen.“

Denn noch fällt das Exground Filmfest nicht allein dem Orbit anheim: Mit Unterstützung des Kulturamtes Wiesbaden sowie der beteiligten Spielstätten in der Landeshauptstadt soll das ganze Programm vom 11. bis 20. Dezember vor Publikum und mit Filmgästen gezeigt werden. Ob es tatsächlich dazu kommt, wird aber frühestens Ende November absehbar sein. Je nachdem, wie sich die Lage bis dahin entwickelt hat.

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