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Rabatte haben die Kundschaft in die Filialen gelockt. In Rheinland-Pfalz durften die Geschäfte am Montag wieder öffnen.
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Rabatte haben die Kundschaft in die Filialen gelockt. In Rheinland-Pfalz durften die Geschäfte am Montag wieder öffnen.

Mainz

Mainz lockt mit Schnäppchen

In Rheinland-Pfalz dürfen Geschäfte wieder öffnen. Auch Kundinnen und Kunden aus Hessen zieht es zum Shoppen nach Mainz.

Es ist Montagmittag, und wer sich der C&A-Filiale in der Mainzer Innenstadt nähert, fühlt sich zurückversetzt in eine Vergangenheit, in der es noch einen offiziellen Schlussverkauf mit Wühltischen und Strumpfhosen für 50 Pfennige gab. Aber wo früher anarchische Zustände herrschten, gelten heute Hygiene- und Abstandsregeln. Und so zieht sich die Schlange der Konsumfreudigen 70 Meter auf dem Gehweg entlang. In Rheinland-Pfalz dürfen seit Montag die Geschäfte wieder öffnen, weil die Inzidenz es erlaube, hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) vor ein paar Tagen gesagt. Am Montag lächelt sie den Kundinnen und Kunden milde von den Plakaten zu. Am kommenden Sonntag sind in Rheinland-Pfalz Landtagswahlen.

Eine Frau hat es fast bis ganz nach vorn geschafft. Eine halbe Stunde, so erzählt die Mainzerin, stehe sie nun schon in der Schlange. „70 Prozent auf alle reduzierten Artikel, da gucke ich doch mal, ob ich was finde.“

Ali und Buket aus Frankfurt beziehungsweise Darmstadt haben extra Urlaub genommen für ein gemeinsames Shopping-Erlebnis – das sie bis dato noch nicht hatten, denn seit die beiden ein Paar sind, gelten Einschränkungen für den Einzelhandel. In Mainz kennen sie sich nicht aus. Zwei Passantinnen, die sie nach dem kürzesten Weg zu bekannten Textildiscountern fragen, winken ab. Lange Schlangen stünden vor beiden Shops, sagen sie, sie seien wieder gegangen.

Die beiden jungen Frauen, die gerade auf einer Bank in der Sonne sitzen, haben sich von den Warteschlangen offensichtlich nicht abschrecken lassen. Vor ihren Füßen stehen mehrere Tüten besagter Ketten. Ganz gut sei der Einkaufstag bisher gelaufen, erzählen sie. Jetzt gibt es zur Stärkung erst mal Burritos. Aus Bad Homburg seien sie nach Mainz gefahren, um für sich und die Kinder einzukaufen. Klar hätten sie in der Zeit, in der die Geschäfte geschlossen gewesen seien, online eingekauft, aber das sei zu umständlich, und Online-Shopping ersetze nun mal keinen Stadtbummel. Deshalb, vermutet eine der Frauen, kämen am Nachmittag sicher noch mehr Shopping-Touristen.

An den Schaufenstern und Türen aller Geschäfte hängen Zettel, auf denen die Hygieneregeln und die Zahlen der Personen angegeben sind, die sich gleichzeitig im Laden aufhalten dürfen. In manchen Läden steht Personal an der Tür, besprüht die Hände der Kundinnen und Kunden mit Desinfektionsmittel oder zählt mit Hilfe von Handy und Apps, wie viele Leute gerade im Laden sind, und wie viele noch hineindürfen. 47 sind es im Sportgeschäft, dessen Tür Verkäufer Tim überwacht. Den Samstag hätten sie noch genutzt, um die Öffnung vorzubereiten, sagt er. „Das war ja alles ziemlich kurzfristig.“

Um die Ecke in einer Modeboutique erzählt eine Verkäuferin, sie habe bei den großen Ketten angerufen, um sich zu vergewissern, ob ab Montag wirklich geöffnet werden dürfe. Einkäufe mit Termin hätten sie in der Woche zuvor angeboten, aber das Geschäft sei nicht berauschend gelaufen. Und nun wollten die Kundinnen und Kunden vor allem eines: Schnäppchen. Die dürften sie finden, viele Geschäfte werben mit Rabatten.

Die Industrie und Handelskammer (IHK) Wiesbaden hatte vor Shopping-Tourismus und Wettbewerbsnachteilen für die Wiesbadener Händler gewarnt. Heidrun Ludolph, Designerin und Inhaberin des Schmuckgeschäftes „Turmalin“ in der Wiesbadener Innenstadt, sagt, sie sei Vollblutverkäuferin und lebe für ihr Geschäft – und dennoch hätte sie es gern zwei weitere Wochen geschlossen gelassen, „um dann richtig aufzumachen“. Die steigenden Inzidenzzahlen bereiten ihr Sorge. Das Ostergeschäft stehe an. Gehen die Zahlen weiter nach oben, wird es wohl, wie schon im Jahr zuvor, kein Ostergeschäft geben. Ohnehin habe sie nur eine kleine Frühlingskollektion eingekauft. Sie hat ihr Geschäft geöffnet für Kundinnen und Kunden mit Termin. Eingekauft werden kann auch von der Ladentür aus.

Wer derzeit in Wiesbaden shoppen möchte, ist gut beraten, sein Smartphone griffbereit zu halten. Die großen Ketten bieten Terminvereinbarungen mit Hilfe von QR-Codes an. Die kleineren Geschäfte setzen auf telefonische Vereinbarungen, ihre Homepages oder die sozialen Medien.

Kleidung und Schuhe waren am Montag besonders gefragt. Schick

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