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Im Notfall soll das Gaskraftwerk Ingelheimer Aue die Energie für das Rechenzentrum liefern.
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Im Notfall soll das Gaskraftwerk Ingelheimer Aue die Energie für das Rechenzentrum liefern.

Digitale Infrastruktur

Mainz: Grünes Rechenzentrum auf der Ingelheimer Aue geplant

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Data-Center ohne Emissionen auf dem Standort des verhinderten Kohlekraftwerks.

Die Ingelheimer Aue war vor zwölf, dreizehn Jahren als Standort für ein Kohlekraftwerk im Gespräch. Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) plante für 1,2 Milliarden Euro ein Elektrizitätswerk mit doppelt so hoher Leistung wie das damals gerade in Betrieb genommene Gas- und Dampfkraftwerk.

Die Proteste gegen das klimaschädliche Vorhaben waren jedoch riesig, die KMW verwarf das Projekt schließlich 2009 wegen des öffentlichen Drucks. Nun plant das Unternehmen, das je zur Hälfte den Städten Mainz und Wiesbaden gehört, ein Rechenzentrum auf dem Platz zu bauen, wo das Kohlekraftwerk vorgesehen war.

Anders als damals spielt Klimaneutralität bei dem aktuellen Projekt eine große Rolle. „Wir wollen ein grünes Rechenzentrum bauen“, erklärt Projektleiter Markus Blüm, als er das innovative Vorhaben dem Wiesbadener Planungsausschuss erläutert, „es soll völlig emissionsfrei arbeiten.“ Dass Rechenzentren mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, ist nicht neu. Auch die KMW möchte das Zentrum mit Ökoenergie aus dem eigenen Unternehmen speisen, das mehrere Windenergieanlagen in Rheinland-Pfalz, an der Nordsee und im Schwarzwald unterhält.

Die Krux ist aber, dass das Projekt zusätzlich ohne mit Diesel betriebene Notstromaggregate auskommen soll, erläutert Blüm. Diese stießen bei den vorgeschriebenen regelmäßigen Probeläufen viele klimaschädliche Gase aus. Vorgesehen ist, dass das benachbarte KMW-Gaskraftwerk einspringt, falls kein Strom über das Netz ankommen sollte. Das hat außerdem den Vorteil, dass der Bau des Rechenzentrums kostengünstiger wird.

Eine weitere Neuheit ist vorgesehen, die laut Blüm kein anderes Rechenzentrum in Deutschland vorweisen kann: Das Rheinwasser dient der Kühlung der IT, was die meiste Zeit des Jahres eine aufwendige Kühlung überflüssig macht. Sollte sich der Rhein im Sommer auf über 28 Grad erwärmen, übernehmen die Kühlaggregate auf dem Dach diese Aufgabe.

Die Abwärme soll mittels einer hochinnovativen Hochtemperaturwärmepumpe für das Mainzer Fernwärmenetz nutzbar gemacht werden. Die neue Bundesregierung fordere die Technik der Fernwärmenutzung. „Wir haben die Idee aber vorher gehabt“, sagt Blüm stolz.

Geplant ist, an der Rheinseite der zu Mainz gehörenden Halbinsel drei Gebäude mit je 6000 Quadratmeter nutzbarer IT-Fläche zu bauen. Um das Zentrum vor Hochwasser zu schützen, werden die Gebäude so hoch gesetzt, dass sie vor einem statistisch alle 1000 Jahre vorkommenden Hochwasser sicher sind. Die KMW hofft auf größere Internetserviceprovider als Kunden. Aber auch Unternehmen oder Behörden könnten ihre Daten dorthin auslagern.

Der Bau soll so schnell wie möglich vonstattengehen. Die Bauvoranfrage hat die Stadt Mainz nun positiv entschieden. Bis März 2022 soll die Detailplanung vorliegen.

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