Wiesbaden

Maifestspiele mit guter Bilanz

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Intendant Uwe Eric Lauffenberg fordert mehr Geld von der Stadt. Der Förderkreis soll ein moderneres Sponsoring betreiben.

Vom künstlerischen Programm der heute zu Ende gehenden Internationalen Maifestspiele 2019 zeigt sich Intendant Uwe Eric Laufenberg begeistert. Die Premiere der Mozart-Oper „Idomeneo“ zur Eröffnung – ein Erfolg. Das Event Mozart24, bei dem einen Tag lang rund um die Uhr Mozart gespielt wurde – ein Highlight. Und mit „Professor Bernhardi“ von der Schaubühne Berlin sei eine großartige Aufführung gelungen.

Drei große Veranstaltungen seien ausverkauft gewesen, bei den „Meistersingern von Nürnberg“, der Konzertgala „Faszination Wagner“ von Andreas Schager und der Verdi-Oper „Rigoletto“ sei kein Platz leergeblieben. „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, sagt Laufenberg. Durch den Ticketverkauf seien Einnahmen von einer Dreiviertelmillion erwirtschaftet worden. „Wir erreichen einen Deckungsbeitrag von 50 Prozent.“

Seit 2008 seien Zuschauerzahlen und Einnahmen gestiegen. 25 500 Besucher wurden gezählt, die Auslastung liege bei 85 Prozent. Und die diesjährigen Einnahmen seien die dritthöchsten der vergangenen Jahre. Ob die Festspiele 2019 mit einem Minus abschließen, stehe noch nicht fest.

Für Laufenberg sind die Einnahmen nicht das einzige Maß der Dinge. „Man sollte nicht nur darauf schielen, ein zu 100 Prozent ausverkauftes Haus zu haben“, erklärt er seine künstlerischen Ansprüche, „das wäre langweilig.“ Bei Opern wie der „Zauberflöte“ könne man selbst mit Aufführungen geringerer Qualität die Kassen klingeln lassen. Er wolle aber auf Qualität und avantgardistische Aufführungen wie die Performance „Der scharlachrote Buchstabe“ von Angélica Liddell nicht verzichten. Dennoch werde auch er das nächste Mal einiges anders machen. Von Aufführungen, bei denen sich ein geringeres Zuschauerinteresse absehen lasse, solle es künftig nur eine geben. Die Finanzierung des Festivals ist eben immer heikel.

Wie die ältesten Festspiele Deutschlands künftig auszustatten sind, davon hat der Intendant klare Vorstellungen. „Die Stadt muss die Umkehr schaffen“, sagt er,. Ob sie dies tun wird, ist offen. Die Haushaltsberatungen für 2020 beginnen nach der Sommerpause. Die Landeshauptstadt bezuschusst die Festspiele mit 540 000 Euro. 2002 waren es laut Laufenberg noch mehr als 600 000, „nach dem reinen Geldwert berechnet wären das heute 800 000 Euro“, rechnet er vor. Zudem müsse der Förderkreis neue Geldquellen auftun und über modernes Sponsoring und Fundraising nachdenken. Das Rheingau-Musik-Festival und das Landesmuseum könnten als Vorbilder dienen.

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