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Luxus-Wohnungen am Rhein

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Ein privater Investor will das Zollgebäude in Biebrich kaufen und aufpolieren. Parallel dazu soll die Rhein-Promenade verschönert werden. Von Gaby Buschlinger

Von Gaby Buschlinger

Investoren sind scharf auf Wiesbaden: Nachdem ein privater Geldgeber den Bürokomplex samt Sporthalle auf dem Platz der deutschen Einheit bauen will, für runde 50 Millionen Euro, hat sich nun auch ein Geldgeber gefunden, der das alte Zollamt samt Speicher am Biebricher Rheinufer von der Stadt kauft und aufpolieren will. Namen oder gar Summen nennt Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) weder in dem einen noch in dem anderen Fall. Schließlich handele es sich um privat-rechtliche Verträge. Obendrein müsse das Stadtparlament beide erst noch absegnen.

Für das Stadtoberhaupt eine reine Formsache. Denn alle wollten, dass die verkommenden Gebäude direkt am Rhein verschönert und wieder genutzt werden. In Workshops haben Bürger Ideen geliefert, und ähnliches plane nun auch der Investor, sagte Andreas Guntrum von der Stadtentwicklungsgesellschaft, die mit dem Projekt betraut ist.

Eigentum mit Blick aufs Wasser

Demnach sollen in den fünfgeschossigen Zollspeicher schicke Eigentumswohnungen mit Loft-Charakter entstehen - mit Blick aufs Wasser; allerdings auch auf Mainz und den auf der anderen Rheinseite geplanten Containerhafen, was aber Loftbewohnern nicht unbedingt als Manko erscheinen muss.

Im Erdgeschoss könnte Gewerbe noch Miete einbringen. Ins ehemalige Zollamt nebenan soll im Erdgeschoss Gastronomie unterkommen, schließlich gibt es ab der Burg Crass in Eltville direkt am Ufer in Wiesbaden keine Einkehr- und Konsummöglichkeiten, wie Guntrum hervorhob. Das Stockwerk darüber ist weiterhin für Ausstellungen und andere kulturelle Nutzungen vorgesehen, sagte Guntrum. Zudem werde ein Raum für Biebricher Vereine abgezwackt.

Was der Investor für die halbverfallenen und denkmalgeschützten Immobilien an die Stadt zahlt, verrieten OB Müller und Stadtentwicklungsdezernent Joachim Pös bei der Vorstellung der Investorenpläne nicht. Auch nicht, wie viele Millionen er in die Gemäuer stecken muss.

Vor fünf Jahren hatte die Stadt die Gebäude und das Gelände jedenfalls für rund 900000 Euro vom Bund gekauft. Die Mittel stammten aus dem Topf "Soziale Stadt Biebrich", denn die Öffnung des Rheinufers im Biebrich stand in dem Programm ganz oben auf der Liste. Die Zollgebäude hatten über 100 Jahre Uferspaziergänge in Biebrich verhindert. Nach dem Kauf der Gebäude und dem Umzug der Behörden in den Industriepark Kalle-Albert, ließ die Stadt alte Lagerhallen und Baracken abreißen und öffnete vor zweieinhalb Jahren die Promenade wenigstens für Radfahrer und Spaziergänger. Jetzt ist erst beim Industriepark Kalle-Albert Schluss.

Lange wurde zudem über den Abriss des klotzigen Zollspeichers und des halb zerbröselten Zollhauses diskutiert. Doch dann entschied man sich, die Gebäude zu erhalten. Ob der Investor die Fassaden auf historisch trimmt oder modern umgestaltet, ist noch offen. Allerdings beteiligt sich der Investor auch an der Verschönerung des Rheinufers rund um die Zollgebäude.

Sozialdezernent Arno Goßmann (SPD) freut sich, dass dank des Käufers nun Mittel wieder zurück ins Programm "Soziale Stadt Südost" flössen und für den weiteren Aufbau des größten Ortsteils der Landeshauptstadt verwendet werden könnten.

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