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Luxus-Lofts und Reihenhäuser

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Von: Ute Fiedler

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Aus den alten Fabrikgebäuden sollen Luxus-Lofts werden.
Aus den alten Fabrikgebäuden sollen Luxus-Lofts werden. © R. Oeser

Das Gelände der ehemaligen Zündholzfabrik in Kostheim wird umgestaltet

Ein Ortsbeiratsmitglied muss kritisch sein. Das bringt der Posten in einem solchen Gremium so mit sich. Schließlich will man ja nur das Beste für seinen Ort. Auch die Kostheimer schauen sich jede Entwicklung auf ihrem Terrain genauestens an. So auch die Umgestaltung des Areals der ehemaligen Zündholzfabrik, das seit fünf Jahren brach lag und das von vielen als „Drecksloch“ bezeichnet wurde. Und das ist noch der zeitungsfreundlichste Begriff.

Gestern wurde vorgestellt, was sich dort alles tut und bereits getan hat – und das ist so einiges. Viele marode Häuschen sind bereits verschwunden, stattdessen hat dort die Deutsche Reihenhaus AG 41 Häuser für rund zwölf Millionen Euro gebaut. Die ersten werden Ende April übergeben.

Das finden die Ortsbeiratsmitglieder prinzipiell gut, wenn sie sich auch eine individuellere Bebauung gewünscht hätten. „Dazu noch ein kleines Café und ein kleiner Laden, das wäre schön gewesen. Dann hätten wir vielleicht endlich einen richtigen Ortsmittelpunkt gehabt“, sagt Klaus Henz. Aber er sei erst einmal froh, dass dort keine Industrie mehr hinkomme. Jahrelang waren an diesem Standort kleine Betriebe wie eine Schreinerei, eine Lackiererei und Autowerkstätten angesiedelt, die laut dem stellvertretenden Ortsvorsteher Stephan Lauer das Gelände hätten verkommen lassen.

Auch Lauer hätte sich etwas anderes als ein Reihenhaus-Viertel gewünscht. „Aber wir brauchen Wohnraum, der bezahlbar ist. Die Reihenhaus AG hat bereits in Kostheim gebaut, die Eigentümer sind zufrieden. Das ist die Hauptsache“, sagt er.

Und bezahlbar sind die Immobilien. Ein Haus mit 81 Quadratmetern Wohnfläche kostet 124900 Euro. Familienglück heißt das größte mit 141 Quadratmetern, das ab 179900 Euro zu erwerben ist. Von den 41 Häusern sind lediglich vier noch zu haben. Der Rest ist bereits verkauft.

Während die Reihenhäuser noch fertiggestellt werden müssen, wird die Kita, die ebenfalls auf dem Areal entstanden ist, am 1. April der Stadt übergeben. Pitt Becker von „plan B“ hat sie geplant. Betreiber ist die Awo. Der Kostheimer ist neben dem Stadtplanungsdezernat einer derer, die maßgeblich an der Umgestaltung des Areals beteiligt waren. Für die Eigentümerin hatte er vor einigen Jahren die Gestaltung des Geländes übernommen.

Neben der Kita hat Becker auch den Umbau der denkmalgeschützten Gebäude geplant. Die Dolphin Capital aus Hannover wird als Investor die kleinen, einst so schmucken Häuschen in Ziegelsteinoptik wie etwa das Speisehaus der ehemaligen Fabrikarbeiter für sechs Millionen Euro umbauen. Dort sollen ab Mitte des Jahres Luxus-Lofts entstehen.

Für Stadtplanungsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) ist die vielfältige Gestaltung des Komplexes mehr als gelungen. Demnächst will der TV Kostheim noch eine Turnhalle dort bauen. Nur der Ortsbeirat ist nicht ganz zufrieden. Eines der denkmalgeschützten Gebäude hätte er gerne in einen Jugendtreff umfunktioniert.

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