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Lilia Waehlert gründet in Wiesbaden eine Hochschule für Psychologie

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Von: Madeleine Reckmann

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Lilia Waehlert ist die Gründungspräsidentin von „Charlotte“.
Lilia Waehlert ist die Gründungspräsidentin von „Charlotte“. © ROLF OESER

Die besten Seiten einer Universität und einer Hochschule für angewandte Wissenschaften vereinigt.

Der Einführungswoche für die Studierenden im Fachbereich Psychologie Anfang April sieht Lilia Waehlert mit Spannung entgegen. Als Prodekanin der Hochschule Fresenius Frankfurt und Wiesbaden ist sie es gewohnt, Hochschulbetriebe zu führen. Doch der Start dieses Sommersemesters wird etwas Besonderes. Seit Monaten arbeitet sie als Gründungspräsidentin am Aufbau einer ganz neuen Hochschule, der Charlotte-Fresenius-Hochschule, liebevoll „Charlotte“ genannt. Eine neue Hochschule ins Leben rufen - welch eine Chance!

30 Studierende sollen von April an an der neuen Hochschule in den Räumen der Hochschule Fresenius in der Wiesbadener Moritzstraße studieren können. „Hintergrund ist die Reform des Psychotherapeutengesetzes“, erläutert die 54-Jährige. Die staatliche Zulassung für Psychotherapeut:innen darf nun ausschließlich nach einem fünfjährigen Universitätsstudium erteilt werden. „Der Bedarf ist riesig“, sagt Waehlert. Zahlreiche Bewerbungen seien bereits eingegangen. Die Neugründung war erforderlich, weil die Hochschule Fresenius eine Hochschule für angewandte Wissenschaften (früher Fachhochschule) ist.

Hochschule Fresenius

Mit ihren Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg, Idstein, Köln, München und Wiesbaden sowie dem Studienzentrum in New York gehört die Hochschule mit mehr als 18 000 Studierenden nach eigenen Angaben zu den renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. Staatlich anerkannt wurde sie 1971. Es handet sich um eine Hochschule für angewandte Wissenschaften.

Das Fächerangebot umfasst Chemie
und Biologie, Design, Gesundheit und
Soziales, Onlineplus sowie Wirtschaft
und Medien in Bachelor- und Masterprogrammen in Vollzeit oder berufsbegleitend. Zum Angebot gehören auch duale Studiengänge.

Am Standort Wiesbaden mit den Fachbereichen Wirtschaft & Medien, Design und Mode & Design studieren 1400 Personen.

Die Charlotte-Fresenius-Hochschule (CFH) ist eine universitätsgleichgestellte Hochschule. Sie darf Studiengänge auf universitärem Niveau anbieten. Die CFH startet mit dem Bachelor-Studiengang Psychologie zum Sommersemester 2022.

Fortlaufende Bewerbungen möglich unter charlotte-fresenius-uni.de mre

Von Haus aus ist Waehlert Betriebswirtschaftlerin, war jedoch in Forschungsprojekte im Zentrum für Gesundheitsökonomie an der Universität Trier eingebunden. An der Hochschule Fresenius verantwortete sie als Studiendekanin die Studiengänge Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheits- und Sozialwesen. „Das ist ein Thema, das mich immer noch bewegt“, berichtet sie, „wie schafft man ein patientenorientiertes Gesundheitssystem?“ Mit dem Aufbau des Psychologiestudiengangs bewegt sie sich also auf bekanntem Terrain. „Kommunikation, Umgang mit Menschen, Projektarbeit - diese Aufgaben reizen mich“, berichtet Waehlert begeistert. Seit Monaten befasst sie sich damit, akademisches Personal aufzubauen, sich mit dem Wissenschaftsministerium abstimmen und mit Unterstützung Externer Bewerbungen von Professoren zu sichten, diese dann einzustellen und eine akademische Selbstverwaltung zu errichten. Sie will, dass „Charlotte“ ein Erfolg wird. Waehlert ist für die akademischen Aufgaben verantwortlich; die Zuständigkeit für die kaufmännische und Verwaltungsseite hat Kanzler Manuel Franz inne.

Diese Tätigkeiten werden Waehlert noch eine Weile beschäftigen. Die Hochschule soll wachsen. Geplant ist, dass im Wintersemester 2022/23 60 Studierende in Wiesbaden anfangen. 2024 soll der Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie starten. „Charlotte“, die ihren Hauptsitz in Wiesbaden hat, soll in München, Köln und Hamburg weitere Standorte haben. In München und Hamburg soll es für Erstsemester:innen zum Wintersemester 2022/23 losgehen.

Die Hochschule aufbauen zu dürfen, bezeichnet Waehlert als Glücksfall in ihrem Leben. „Ich durfte zwei Welten kennenlernen“, erzählt sie: die der Universität, wo geforscht werde, und die einer Hochschule für angewandte Wissenschaften. Das Konzept für „Charlotte“ soll die besten Seiten beider vereinigen. Zudem sei der Zeitpunkt ideal: Ihre beiden Söhne seien aus dem Gröbsten raus. Bei der Psychologie solle es zudem nicht bleiben. In den nächsten zehn Jahren möchte sie weitere Fakultäten im Bereich Human and Life Sciences entwickeln. Die Probleme der Welt, sagt Waehlert, seien nur interdisziplinär zu lösen.

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