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Coronavirus

Lebensretter im Taschenformat

  • VonDiana Unkart
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Die Helios Horst-Schmidt-Kliniken arbeiten mit einer mobilen Herz-Lungen-Maschine. Das Spezialgerät kommt derzeit vor allem bei schwer erkrankten Covid-Patientinnen und -Patienten zum Einsatz.

Vermutlich hätte der Mann, 27 Jahre alt, ohne das neue Gerät nicht überlebt. Als seine Lunge infolge einer Covid-Infektion versagte, machten sich zwei Ärzte eines mobilen Teams auf den Weg zu ihm, im Rucksack eine Herz-Lungen-Maschine, die in dieser lebensbedrohlichen Situation die Lungenfunktion übernahm. Der Patient konnte in die Helios Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in Wiesbaden verlegt werden, war dort der bislang jüngste Covid-Patient. Derzeit erholt er sich von seiner schweren Erkrankung.

Als es vor zwei Jahren in der Klinik erste Überlegungen gab, eine mobile Ecmo anzuschaffen, war an Corona noch nicht zu denken. Ecmo steht für Extrakorporale Membranoxygenierung. Die Geräte können die Funktionen von Herz und/oder Lunge übernehmen. Seit den 1970er-Jahren gebe es diese Technik schon, sagt Professorin Grietje Beck, kommissarische Leiterin der Interdisziplinären Intensivmedizin. Die ersten Apparate seien allerdings riesige Maschinen gewesen.

Seither hat sich die Medizintechnik weiterentwickelt, aber mobile Herz-Lungen-Maschinen gehören längst nicht zum Standard. In Hessen würden sie bislang nur in Kassel und Frankfurt eingesetzt. Bundesweit gebe es nur einige wenige Kliniken mehr, die mobile Ecmo-Teams vorhielten, sagt Wiesbadens Gesundheitsdezernent Oliver Franz (CDU).

Achtmal ist das Team seit Dezember ausgerückt. In sechs Fällen sind lebensbedrohlich erkrankte Covid-Patientinnen und -Patienten versorgt und in die Klinik gebracht worden. Ohne das kompakte Gerät wären sie nicht transportfähig gewesen. Für dessen Einsatz ist ein spezielles Fahrzeug angeschafft worden, mit dem die Mediziner:innen schnell bei den Patientinnen und Patienten in Wiesbaden und dem Umland sind. Jede Minute früher erhöhe die Überlebenswahrscheinlichkeit, sagt Grietje Beck. Die Patienten werden im Rettungswagen oder bei Bedarf auch im Hubschrauber in die Klinik transportiert.

Das Ecmo-Fahrzeug ist mit zwei Ärztinnen oder Ärzten besetzt. Hochspezialisiertes Personal sei notwendig, denn schwer Erkrankte mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine zu versorgen, bedeute einen operativen Eingriff, erklärt Oberarzt Ralf Schneider. Deswegen werde das Team, zu dem er gehört, nicht zu Einsätzen im öffentlichen Raum oder in private Haushalte gerufen, sondern in medizinische Einrichtungen, in andere Kliniken oder Praxen.

Eingesetzt wird das 16 Kilogramm schwere Gerät, Anschaffungskosten 80 000 Euro, aber nicht nur bei Lungenversagen, sondern auch bei einem plötzlichen Herztod oder bei Herz-Kreislauf-Stillstand. Der trifft pro Jahr in Wiesbaden etwa 300 Menschen. „Wenn ein ECMO-Gerät bei der Reanimation zum Einsatz kommt, dann erhöhen sich die Überlebenschancen deutlich“, sagt Oberarzt Moritz Unglaube.

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