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Der Angeklagte Ali B. während der Verhandlung in Wiesbaden.  

Landgericht Wiesbaden

Prozess gegen Ali Q. und Mansoor B. unter Ausschluss der Öffentlichkeit

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In Wiesbaden stehen Ali B. und weiterer Mann vor dem Landgericht. Sie sollen eine Elfjährige vergewaltigt haben. 

Der Prozess gegen Ali B. und Mansoor Q. wegen des Verdachts der Vergewaltigung eines Kindes wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Die Vorsitzende Richterin der Jugendkammer des Landgerichts Wiesbaden, Annette Honnef, begründete am gestrigen ersten Verfahrenstag die Entscheidung mit der besonderen Schutzbedürftigkeit des minderjährigen Angeklagten Mansoor Q. und des Opfers. Auch Q.’s Rolle als Zeuge in einem weiteren Prozess sei ausschlaggebend. Der 22-jährige Ali B. wird in dem weiteren Verfahren beschuldigt, im Mai 2018 die 14-jährige Susanna F. vergewaltigt und umgebracht zu haben. Mansoor Q., der zum Freundeskreis Ali B.’s gehörte, brachte die Polizei zwölf Tage nach Verschwinden Susannas mit Hinweisen über ihre Ermordung, den Verbleib ihrer Leiche und den Täter Ali B. auf die richtige Fährte.

In dem zweiten Prozess geht es um die mehrmalige Vergewaltigung einer Elfjährigen. An ihr soll sich zuerst Ali B. im April in seiner Asylunterkunft vergangen haben. Im Mai 2018 sollen Ali B. und Mansoor Q. das Kind in der Nähe eines Supermarkts in Erbenheim nacheinander vergewaltigt haben. Zudem wird Mansoor Q. beschuldigt, gemeinsam mit dem unmündigen Bruder Ali B.’s, der sich jetzt im Irak befindet, an der Elfjährigen in einem Waldstück bei Wiesbaden-Medenbach vergangen zu haben. Nach der Verhandlung sagte der Verteidiger des Afghanen, Michael Harschneck, Ali B. habe sich zur Person geäußert, der Mitangeklagte Mansoor Q. habe jedoch keine Aussage gemacht und werde weiter schweigen.

Wie alt ist Mansoor Q.?

Strittig ist das Alter des muskulösen und männlich wirkenden Afghanen, der im Gerichtssaal sein Gesicht hinter Papieren versteckte. Während die Verteidigung jetzt Dokumente vorgelegt hat, aus denen sich ergeben soll, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt noch keine 14 Jahre alt war, berichtete die Nebenklageanwältin Barbara Sauer-Kopic von einem rechtsmedizinischen Gutachten, das den Angeklagten auf mindestens 14 Jahre schätzt. Vom Alter hängt die Strafmündigkeit von Mansoor Q. ab.

Das Opfer sei von den Vergewaltigungen schwerst traumatisiert worden, sagte Sauer-Kopic. Das Mädchen lebe in einer anderen Stadt, wo es psychotherapeutisch behandelt werde. Die Polizei habe nach der Anzeige des Vaters keine Fehler gemacht. Da das Kind nicht aussagen wollte, hätten die Beamten nicht handeln können. „Das Problem ist aber, dass sich Asylverfahren so lange hinziehen, weil jahrelang an Personal gespart wurde“, so Sauer-Kopic. Die Polizei stand in der Kritik, weil diverse Ermittlungsverfahren gegen Ali B. nicht abgearbeitet worden waren.

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