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Landespolizei zieht ins Oak House in Wiesbaden

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Von: Madeleine Reckmann

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Das Oak House soll 2024 fertig werden. Im Hintergrund steht das Finanzamt.
Das Oak House soll 2024 fertig werden. Im Hintergrund steht das Finanzamt. © ROLF OESER

Bau des neuen Behördenstandorts am Schiersteiner Berg beginnt. Für die Beamten wird ein Motivationsschub erwartet. In ihre jetzige Bleibe regnet es rein.

Für das Behördenzentrum am Schiersteiner Berg haben sich die Verantwortlichen den poetischen Namen „Seven Gardens“ ausgedacht. Es soll einmal ein durchgrüntes Quartier mit bepflanzten Plätzen, Wegen und Innenhöfen werden, durch das auch Menschen gerne spazieren, die dort nicht arbeiten.

Von Gärten ist an der Dostojewskistraße in Wiesbaden allerdings zurzeit noch nichts zu sehen. Ein Baukran hilft, einen Betonbau hochzuziehen, der Oak House, also Eichenhaus, heißen soll. Die Bodenplatte liegt bereits, einige Stützpfeiler ragen daraus hervor und eine weitere Etage. Daneben steht das alte Finanzamt, dahinter das Landeskriminalamt, beides Jahrzehnete alte Gebäude.

Bis 2030 sollen die alten Bürogebäude abgerissen und durch moderne ersetzt werden. Am Freitag ist die Grundsteinlegung für den ersten von sieben Bauabschnitten, für das Oak House, gefeiert worden. Eichen werden darin nicht verbaut. Dennoch soll es ein besonders ökologisches Gebäude werden. Bereits in der Planungsphase ist es mit dem Vorzertifikat der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen in der höchsten Kategorie Platin ausgezeichnet worden.

Das Projekt

Das Behördenzentrum Seven Gardens soll 2028 bis 2030 fertig werden. Der Projektentwickler OFB rechnet mit einer Investition von einer Milliarde Euro.

Für das Oak House , den ersten Bauabschnitt, hat er einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag investiert. Das Oak House mit seinen 14 Stockwerken ist das größte Gebäude in Seven Gardens. Die Mietfläche beträgt 34 200 Quadratmeter.

„Das Land Hessen als öffentlicher Auftraggeber nimmt hier seine Vorbildfunktion wahr“, sagt der hessische Staatssekretär Jens Deutschendorf (Grüne). Der OFB Projektentwickler verspricht höchste Standards: Hochgedämmte Gebäudehüllen, begrünte Fassaden, Fernwärmeheizung, Solarenergie. Lebensraum für wildlebende Tiere.

Ins Oak House, ein 14-stöckige Hochhaus, sollen 2024 das Landeskriminalamt und die Zentrale von Hessen Mobil, der Dienstleister für Straßen- und Verkehrsmanagement, und seine Wiesbadener Niederlassung einziehen. Für die Beschäftigten des LKA wird der Umzug ein neues Kapitel und ein „Motivationsschub“ bedeuten, hofft Staatssekretär Stefan Sauer (CDU).

Ihre aktuelle Bleibe habe nicht nur den Charme der 1970er Jahre, das Dach sei auch undicht und es sei schwierig, die Hochleistungsrechner zu kühlen. Den unfertigen Neubau hat die OFB bereits an die Deutsche Eisenbahn-Versicherung verkauft, berichtet Klaus Kirchberger, Vorsitzender der OFB-Geschäftsführung. Das Land tritt als Mieter auf. Auch die Büros des zweiten Bauabschnitts, der sich in der Planung befindet, sollen vom Land gemietet werden. Mit dem Landesbetrieb Bau und Immobilien, das das Gebäudemanagement für das Land übernimmt, gebe es Gespräche. Aber ein Käufer stehe noch nicht fest.

Die OFB, ein Tochterunternehmen der Landesbank Hessen-Thüringen und Teil der Helaba, erwarb das Behördenzentrum 2019 von einem Spezialfonds. Ursprünglich hatte es dem Land Hessen gehört. Die Landesregierung unter Roland Koch (CDU) verkaufte sie und weitere landeseigene Liegenschaften 2004 bis 2006 und mietete sie mit langfristigen Verträgen wieder an. Für Kritik sorgte, dass die sanierungsbedürftigen Büros nicht zu gebrauchen waren.

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