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Land fördert neues Wohnheim

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Von: Arne Löffel

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Steigende Studentenzahlen sind eine große Herausforderung für die Stadtentwicklung. Die SEG ist der größte Anbieter der Stadt.

Die Hochschule Rhein-Main verzeichnet von Jahr zu Jahr immer mehr Studierende. Gut 8500 junge Menschen besuchen allein den Wiesbadener Standort. Dazu kommen noch die Studenten der Polizeihochschule und bald die rund 1000 Studierenden der Hochschule Fresenius im Alten Gericht. Eine Studie der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) geht von rund 12 000 Studentinnen und Studenten in der Landeshauptstadt aus.

„Damit diese Studierenden auf dem ohnehin dichten Wohnungsmarkt nicht mit den normalen Wohnungssuchenden konkurrieren, bietet die SEG als hundertprozentige Tochter der Stadt unterschiedliche Einrichtungen für studentisches Wohnen an“, so SEG-Geschäftsführer Andreas Guntrum gestern während einer Pressekonferenz.

1,25 Millionen Zuschuss

Anlass der Zusammenkunft in den Geschäftsräumen der SEG war der Besuch der hessischen Staatsministerin für Umwelt, Energie, Jugend, Familie und Gesundheit, Priska Hinz (Grüne), die gleich zwei finanzielle Zusagen für die SEG im Gepäck hatte: Ein Darlehen in Höhe von 2,3 Millionen Euro und einen Zuschuss in Höhe von 1,25 Millionen Euro.

Das Geld soll laut Hinz für den Umbau der ehemaligen Bundeswehrsprachschule gegenüber dem Paulinenstift genutzt werden. Hier entstehen derzeit 124 Wohnplätze, die als Wohngemeinschaften angeordnet werden. „Das ist ein anspruchsvolles Projekt, weil hier auch der Denkmalschutz involviert war“, so Hinz, die das engagierte Vorgehen der Stadt beim Ausbau des studentischen Wohnens lobt. „Es ist wichtig, für Studierende bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Preise von bis zu 14 Euro pro Quadratmeter sind für viele Eltern zu viel“, so Hinz.

Die zwischen 18 und 25 Quadratmeter großen Zimmer im „Konrad“, wie das neue Studentenwohnheim an der Konrad-Adenauer-Allee heißt, sollen laut Guntrum 400 Euro pro Monat kosten. Warm und mit Internet-Zugang. Die Baukosten belaufen sich laut Guntrum auf 6,1 Millionen Euro. Da komme das Geld aus dem hessischen Fördertopf gerade recht. Erst durch den Zuschuss des Landes sei es möglich, die Wohnungen zu einem auch für Studenten bezahlbaren Preis anzubieten. „Es ist wichtig, dass sich die Studierenden auf ihr Studium konzentrieren können und nicht erst mal mit Nebenjobs für die Miete sorgen müssen“, betont Hinz.

Schon im September sollen die Wohnungen im „Konrad“ fertig sein, an denen derzeit mit Hochdruck gearbeitet wird. Der Gebäuderiegel wird von zwei Treppenhäusern erschlossen, von denen jeweils beidseitig große Flure zu den Zimmern führen. Die Flure dienen zugleich als Gemeinschaftsräume.

„Zeitgleich arbeiten wir bereits an einem kleineren Studentenwohnheim auf dem Parkplatz des ehemaligen American Arms Hotels, das nun vom Land für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt wird. Hier sollen 70 Plätze entstehen“, berichtet Guntrum. Eigentlich war geplant, dass die SEG auch das eigentliche American-Arms-Gelände für studentisches Wohnen nutzt und 240 Plätze schafft.

„Noch Luft nach oben“

Der Vorsitzende des Bauausschusses im Stadtparlament und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der SEG, Hans-Martin Kessler (CDU), forderte bei der Pressekonferenz vom Land, dass die Nutzung des American Arms als Erstaufnahmestelle nur auf zwei Jahre begrenzt wird. „Es ist wichtig, dass das Land sich hier an seine Zusagen hält“, so Kessler. Guntrum ergänzte, dass es derzeit kein Ersatz-Projekt für das American Arms Hotel gebe.

Auch wenn die SEG sich bemüht, durch den Bau von Studentenwohnheimen den Druck vom Wiesbadener Wohnungsmarkt zu nehmen, so ist das gesteckte Ziel noch lange nicht erreicht. Die Studentenwerke gehen laut Guntrum davon aus, dass zehn Prozent der Studierenden einer Kommune einen Wohnheimplatz suchen. In teuren Märkten wie Wiesbaden sogar noch mehr. „550 Plätze gibt es in Wiesbaden derzeit, alle Anbieter zusammengenommen. Da ist noch viel Luft nach oben“, so Guntrum.

Die SEG hat Guntrums Aussage nach derzeit 320 Wohnheimplätze im Bau oder bereits in der Projektphase, plant zudem 620 Plätze. „In dieser Zahl sind aber die 240 Wohneinheiten im American Arms enthalten. Es wäre also wirklich gut, wenn wir hier schnell voranschreiten könnten“, sagte Guntrum. In Summe würden Wiesbaden dann rund 1500 Wohneinheiten für Studierende zur Verfügung stehen. Das wären dann in etwa die geforderten zehn Prozent.

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