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Kurvig geht es bergab

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Von: Ute Fiedler

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Den Lenker fest im Griff: Mountainbiker lieben rasante Abfahrten.
Den Lenker fest im Griff: Mountainbiker lieben rasante Abfahrten. © bildagentur-online

Die neue Mountainbike-Strecke soll an der Idsteiner Eiche starten / Keine Down-Hill-Piste

Eigentlich wollten sie die Strecke steiler haben und auch ein bisschen länger. Doch nach zwei Jahre hartem Kampf geben sich die Mountainbiker auch mit weniger zufrieden: mit einer fünf Kilometer langen Strecke, mit weniger als zehn Prozent Gefälle.

Vor zwei Jahren hatten die Mountainbiker der Gravity Pilots angefragt, ob man nicht eine Strecke einrichten könne. Damals war die Anfrage zunächst abgeschmettert worden. Dann erfolgte ein Umdenken, ein runder Tisch wurde eingerichtet, an dem hitzig diskutiert wurde, bis schließlich Stadtrat Wolfgang Gores (CDU) mit der Leitung eines Arbeitskreises betraut wurde. Vier Treffen später wurde am Donnerstagabend in großer Runde die Strecke vorgestellt. Und einmütig für die Beratungen freigegeben.

Die Sportler sollen an der Idsteiner Eiche starten, den Graf-Hülsen-Weg bis zur Wiese am Jagdschloss fahren. Dort geht es dann bergab zurück zum Startpunkt. Einige Streckenstücke sind bereits angelegt, andere müssen die Mitglieder der Gravity Pilots aufbereiten. Kurvig soll es bergab gehen, wenn es denn schon nicht so steil wird, dass das Herz eines Down-Hill-Fahrers höherschlägt. Auch einige Hindernisse werden eingebaut, zum Beispiel kleine Sprungschanzen.

Doch nicht jeder muss diese überwinden. „Wir wollen Anfänger und Profis gleichermaßen ansprechen, so werden wir auch Chickenways einrichten“, sagt Sebastian Kammerer, Vorsitzender der Gravity Pilots und stellvertretender Vorsitzender des Sportbezirks Nassau. Chickenways sind Wege, auf denen das Hindernis umfahren werden kann. Sie seien nicht nur für Frauen, fügt er hinzu. Bis die Biker auf der neuen Strecke durch ein Waldgebiet fahren, das zur einen Hälfte der Stadt und zur anderen zu Hessenforst gehört, wird es noch dauern. Zunächst wird der Vorschlag in den Fraktionen erörtert, dann ins Stadtparlament eingebracht und wahrscheinlich erst im Mai oder Juni dort auf der Tagesordnung stehen, schätzt Gores. Es werde auch überprüft, ob alle Bestimmungen eingehalten werden. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung, wie sie die Naturschutzverbände gefordert hatten, sei nicht vonnöten, da das Umweltamt in die Beratungen mit eingebunden gewesen sei, sagt Gores, der auch kritisierte, dass am Donnerstag kein Mitglied der Umweltschutzverbände anwesend gewesen war.

Dann erst sind die Mountainbiker gefragt. Sie müssen die Strecke anlegen und ausschildern, für die übrigens kein Baum gefällt werden muss. Geld erhalten sie nicht. „Aber das ist die Herzensangelegenheit wert“, sagt Kammerer.

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