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Valeska Benner möchte das Lambertus umbennen. Der Name ist noch nicht bekannt.
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Valeska Benner möchte das Lambertus umbennen. Der Name ist noch nicht bekannt.

Wiesbaden

Kurhaus-Gastronomie bekommt neue Chefin

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Valeska Benner übernimmt das „Lambertus“ und managt die Gastronomie in Spielbank und Kurhaus in Wiesbaden. Der Betreiberwechsel wird sich auf der Speisekarte bemerkbar machen.

Die coronabedingte Schließung des „Lambertus“ im Wiesbadener Kurhaus hat Valeska Benner dazu genutzt, den alten Holzboden ölen zu lassen. Er soll weiterhin den Charme einer französischen Brasserie ausstrahlen. Die abgewetzten Stellen, die sich hell aus dem dunklen Holz hervortun, stören da nicht. Auch die roten Polstersitzbänke möchte Benner nicht austauschen; der Flügel soll für Livemusik stehen bleiben. Dennoch plant die Unternehmerin einen neuen „Look“. Valeska Benner übernimmt zum 1. Januar 2021 das „Lambertus“ und das gesamte gastronomische Angebot für die Spielbank und das Kurhaus.

Nachdem das Gastronomie-Unternehmen Kuffler nach den Vorwürfen der Vorteilsgabe seinen Rückzug aus Wiesbaden angekündigt hatte, suchten Kuffler und die Stadt eine Nachfolge. Benner übernimmt nun den Pachtvertrag, den Kuffler mit der Stadt hatte und erwirbt ein Drittel der Anteile an der Gesellschaft Kurhausgastronomie. Nicht enthalten ist die Gastronomie im Rhein-Main-Congresscenter. Diesbezüglich verhandelt die Stadt mit einem anderen Bewerber.

Vielleicht wird Benner die Wandfarbe in dem legendären Restaurant „Lambertus“ ändern und einige der zahlreichen Porträtfotos abhängen. Ein neues Lichtkonzept schwebt ihr auch vor. „Ich bin hier gerne Gast gewesen“, begründet die 36-Jährige, warum sie sich entschlossen hat, das Restaurant zu führen. Sie sei eben Unternehmerin, sagt sie stolz. Da mache es keinen Unterschied, in welchem Bereich. Das betriebswirtschaftliche Denken, Umsatz hoch, Kosten runter, sei immer dasselbe. Sie ist mit Dominik Benner, Sohn aus der Hofheimer Schuhhandlung Benner verheiratet, mit dem sie zwei Kinder hat. Gemeinsam führt das Paar ein Immobilien-Unternehmen, das deutschlandweit Mehrfamilienhäuser kauft, renoviert und verwaltet. Inzwischen haben Benners neben dem Hauptsitz in Wiesbaden Niederlassungen in Düsseldorf und Augsburg. Zudem sind die beiden im E-Commerce tätig. Sportartikel, Einrichtung, Deko und Schuhe verkaufen sie übers Internet.

„Das Team ist engagiert und loyal“

„Ich würde die Gastronomie im Kurhaus nicht übernehmen, wenn ich nicht in Wiesbaden wohnen würde“, sagt Benner. Gastfreundschaft, die Freude am Austausch mit Menschen und gutes Essen seien ihre persönliche Leidenschaft, Genuss und Lebensfreude gehörten zu ihrem Lebensstil. Außerdem stimmten die Voraussetzungen. „Das Team ist engagiert und loyal“, sagt sie. Also gute Bedingungen dafür, Vorhandenes auszubauen und dennoch für frischen Wind zu sorgen. „Es wird ein Spagat, wichtige Stammkunden zu halten und das Potenzial, das Wiesbaden hat, hinzuzugewinnen.“

Das „Lambertus“ im prunkvollen Kurhaus ist nicht irgendein Restaurant. Es ist der Treffpunkt für „Tout Wiesbaden“, wie das Unternehmen auf seiner Website wirbt, für die Wiesbadener Gesellschaft mit Geld und Geschmack.

Valeska Benner ist in Memmingen in einem Unternehmerhaushalt aufgewachsen, der mit Textilien handelte. In Sankt Gallen hat sie Betriebswirtschaftslehre studiert. Anschließend hat sie einige Jahre in Unternehmensberatungen gearbeitet und ist schon lange unternehmerisch im Immobiliengeschäft tätig. „Prozesse verstehen und optimieren entspricht meinem Naturell“, beschreibt sich Benner. Mut haben und Risiken richtig einschätzen, das habe sie von ihren Eltern gelernt. Zudem sei sie ein Workaholic, die Arbeit mache ihr einfach Spaß.

Alle Stationen durchlaufen

Um ihr Unternehmen kennenzulernen, werde sie „überall mal mitarbeiten“, erzählt sie. Sie möchte alle Stationen durchlaufen, sich in der Küche die Schürze für den Spüldienst umbinden und beim Service aushelfen. Nur so könne sie die Prozesse verstehen, die sie betriebswirtschaftlich geschmeidiger machen möchte. Ihren eigentlichen Job sieht sie in der Vermarktung. Das Kurhaus soll ein „place to be“ werden, im Sommer mit Biergarten im Kurpark.

Den Betreiberwechsel werden die Gäste nicht nur an der Einrichtung merken, Benner plant auch eine andere Speisekarte. „Die Klassiker bleiben und es wird Neues ausprobiert. Ich möchte mehr Erlebnisqualität und Gerichte am Tisch zubereiten“, sagt sie. Lachs Tartar und Wiener Schnitzel werden weiterhin serviert, aber auch Crèpes Suzette, am Tisch flambiert, auf jeden Fall „gehobene Gastronomie“. An eine weitere Änderung werden sich die Kunden gewöhnen müssen. Benner wird dem Restaurant einen neuen Namen geben. Die Zeit des „Lambertus“ ist dann endgültig vorbei. Geöffnet wird, sobald es die Corona-Schutzbestimmungen zulassen.

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