Wiesbaden

Kuratorin wird heute beigesetzt

Die Familie wünscht sich eine große Trauerfeier. Die Zukunft der Biennale ist offen.

Die Trauerfeier für Maria Magdalena Ludewig am heutigen Samstag in Berlin soll zum großen Ereignis werden. Die Familie der tödlich verunglückten Kuratorin und Leiterin der Wiesbaden Biennale wünscht, dass möglichst viele Freunde die 36-Jährige auf ihrem letzten Weg begleiten. Der Intendant des Wiesbadener Staatstheaters, Uwe Eric Laufenberg, und der geschäftsführende Direktor Bernd Fülle nehmen nach Auskunft des Staatstheaters an der Trauerfeier teil. Ob es auch in Wiesbaden eine Gedenkveranstaltung für die außergewöhnliche Künstlerin geben wird, ist noch offen. Der Schock über ihren Verlust sitze noch zu tief, um dies zu entscheiden, sagte eine Sprecherin.

Ob und wie es mit der Biennale weitergehen soll, möchte Laufenberg in der kommenden Woche mit Martin Hammer, der die Biennale gemeinsam mit Ludewig kuratierte, besprechen, sagte Laufenberg dem „Wiesbadener Kurier“.

Ludewig war am 31. Dezember in Fuerteventura auf einem Felsvorsprung von einer Welle überrascht und ins Meer gerissen worden. Sie und Hammer hatten die Wiesbaden-Biennalen 2016 und 2018 erfolgreich gestaltet und dabei international bedeutende Gruppen und Künstler aus den Bereichen Theater, Performance und Bildende Kunst in die hessische Landeshauptstadt geholt. Im Sommer 2018 machten vor allem die Verwandlung des Staatstheaters in einen Rewe-Markt und die goldene Statue des türkischen Präsidenten Erdogan auf dem Platz der deutschen Einheit Furore. Mit diesen von ihr zu verantworteten Projekten erreichte sie internationale Aufmerksamkeit.

Sie habe „mit unbändiger Kraft, Energie und Fantasie“ gearbeitet, beschreibt Laufenberg die Kuratorin in der Mitteilung zur Todesnachricht. „Sie hat uns befeuert, begeistert, über alle Grenzen getrieben und ist gleichzeitig immer der gute Geist all ihrer Künstler gewesen.“

Ihre Energie und Begeisterungsfähigkeit bringen ihre Angehörigen in einem Detail zur Trauerfeier zum Ausdruck. In der Einladung heißt es: „Wilde Blumen statt Spenden“. Die Trauerfeier ist für 12 Uhr in der Kirche St. Elisabeth in der Invalidenstraße angekündigt. Anschließend wird ihr Leichnam auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof beigesetzt.

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