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Kunst oder Krempel

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Von: Ute Fiedler

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Uwe Dobler (links) und Hans Ottomeyer in ihrem Element.
Uwe Dobler (links) und Hans Ottomeyer in ihrem Element. © Bayerisches Fernsehen

Das Expertenteam der beliebten Fernsehsendung „Kunst & Krempel“ des Bayerischen Rundfunks gastiert im November im Kurhaus. Sie laden die Wiesbadener ein, ihre Schätze zu präsentieren.

Ist das Kunst oder kann das weg? Dieser Frage gehen Ende November Experten in der Sendung „Kunst & Krempel“ des Bayerischen Rundfunks nach. Sie laden Wiesbadener ein, interessante Stücke zu präsentieren, um ihren Wert schätzen zu lassen.

Uwe Dobler ist einer dieser Experten, der am 27., 28. und 29. November durch die Reihen im Wiesbadener Kurhaus gehen und sein Urteil fällen wird. Erst an diesen Tagen wird Dobler die Stücke sehen, mit denen er sich auseinandersetzen muss. „Zwar erhalten wir vorher Fotos. Aber ich will unbefangen in die Sendung gehen“, sagt der Sachverständige für Kunst und Möbel.

Nicht alle, die zur Aufzeichnung eingeladen werden, kommen letztlich vor die Kamera. Das schaffen nur Besitzer von kuriosen, wertvollen Stücken, die eine besondere Geschichte haben. „Aber auch wer nicht in die Sendung kommt, bekommt an diesem Tag eine Einschätzung der Experten“, fügt Florian Maurice, Redakteur der Sendung hinzu.

Unzählige Bewerbungen erhält die Redaktion im Vorfeld der Sendung. Bereits bei der Sichtung sieben die Experten aus: „Wenn sich abzeichnet, dass das Benzin teurer ist, als das Objekt, das der Bewerber zeigen will, dann wird er natürlich nicht eingeladen“, erläutert Maurice.

Zerplatzte Träume

Nach dem ersten Aussieben, wird vor Aufzeichnen der Sendung weiter aussortiert. Dobler und seine Kollegen begutachten die mitgebrachten Stücke kritisch und einigen sich dann darauf, welches Objekt eine solch besondere Geschichte hat, dass es in der Sendung gezeigt werden soll. Erst dann folgt die Expertise. Zwei Experten analysieren den Gegenstand, nehmen ihn genauestens unter die Lupe, lassen sich von den Besitzern die Geschichte erzählen. „Es gibt dabei wirklich viele Überraschungen“, sagt Dobler. Positive, wie auch negative.

Gerne erinnert sich Dobler an einen Reisealtar, der bei einer Hausrenovierung gefunden worden war. „Die Besitzer wollten ihn erst für ein paar Hundert D-Mark auf dem Flohmarkt verkaufen“, erzählt er. Doch das misslang. So landete der Altar schließlich in der Sendung. Auf 80 000 D-Mark hätten ihn die Experten geschätzt. „Letztlich wurde er für 170 000 D-Mark in London versteigert.“

Dobler weiß um die Träume der Gäste, die hoffen, über Nacht reich zu werden. Aber bei vielen bleibe das lediglich ein Traum. „Natürlich gibt es Enttäuschungen“, sagt er. „Wenn die Leute sagen: ,Naja, wir wollten es ja eh nicht verkaufen‘, weiß man, was los ist.“ So war es beispielsweise bei einer Frau, die sich im Besitz von Biedermeier-Stühlen wähnte. 5000 Euro hatte sie investiert und war dann bitter enttäuscht, als Dobler ihr sagte, dass die Stühle lediglich die Hälfte wert seien.

Nicht immer liegen die Experten mit ihren Einschätzungen richtig. „Manches lässt sich auch im Laufe einer Sendung nicht klären“, sagt Dobler. Zum Beispiel könne die Echtheit eines Gemäldes nur mit speziellem Licht und Gerät überprüft werden. „Wir haben pro Sendung mehr als eine Million Zuschauer. Wenn da etwas falsch sein sollte, können Sie sicher sein, dass wir hinterher Zuschriften bekommen. Es gibt immer jemanden, der es besser weiß“, sagt Maurice. Jemand, der weiß, ob das Kunst ist oder eben nicht.

Dreimal im Jahr sind die Experten für drei Tage in verschiedenen Städten und zeichnen ihre Sendungen auf. Auf ihren Aufenthalt in Wiesbaden freuen sie sich. „Die Atmosphäre im Kurhaus ist natürlich besonders“, sagt Maurice. „Wir hoffen, dass wir außergewöhnlich Stücke präsentiert bekommen und sind da ganz zuversichtlich.“

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