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Kulturzentrum Schlachthof ist zurück

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Sorgen im Schlachthof für Stimmung nach 748 leblosen Tagen: Four Shops.
Sorgen im Schlachthof für Stimmung nach 748 leblosen Tagen: Four Shops. © Martin Weis

Im Wiesbadener Schlachthof beginnt eine neue Ära. Vor knapp zwei Jahren gab's das Abschiedskonzert in der alten baufälligen Halle, nun meldet sich das Kulturzentrum Schlachthof zurück - so bunt und skurril wie eh und je.

Von Fabian Siegel

Im Wiesbadener Schlachthof beginnt eine neue Ära. Vor knapp zwei Jahren gab's das Abschiedskonzert in der alten baufälligen Halle, nun meldet sich das Kulturzentrum Schlachthof zurück - so bunt und skurril wie eh und je.

Das Schlagzeug wummert in der nagelneuen Halle. Wie nach einer geglückten Reanimation – nach 748 leblosen Tagen. Die Gitarre klinkt sich ein, dann das Keyboard, die Bläser. Es sind die ersten Klänge von der Bühne der neuen Veranstaltungshalle im Kulturzentrum Schlachthof – Sänger Üni kommt ans Mikrofon, spricht von einem „historischen Augenblick“ – und ab geht die Post.

Die Wiesbadener Ska-Band „Frau Doktor“ hatte am Freitagabend die Ehre, die neue Halle zu eröffnen. Jene Band, die schon das Abschiedskonzert in der alten baufälligen Halle vor knapp zwei Jahren gespielt hat. „Die letzten und die ersten zu sein – das ist schon geil“, schreit Üni ins Mikrofon. Doch das ist erst der Auftakt, verspricht Geschäftsführer Carsten Schack. „In den kommenden Wochen wird es noch viele Shows geben.“ Auch in der neuen Ära wolle der Schlachthof der besondere Flecken in der Kulturlandschaft von Wiesbaden bleiben – bunt, abwechslungsreich und vielfältig.

Kaum hat die Halle an diesem Abend so richtig geöffnet, können sich die Fans schon ein Bild davon machen: Die Vorband Four Shops rollt in die Halle. Mit Einkaufswagen. In ihm sitzt der Schlagzeuger samt Instrument und heizt der Menge ein. Später springt ein bunt geschmückter Weihnachtsbaum durch die Menschenmenge. Der Schlachthof ist auch in der neuen Halle so bunt und skurril wie eh und je.

„Genau dieses Flair hat uns schon immer ausgemacht“, sagt Carsten Schack. Nach den Four Shops betritt er selbst die Bühne. Die Musiker von „Frau Doktor“ sind auch schon da. Noch sitzen sie jedoch an einer Campinggarnitur in der Ecke. Auf einem alten Röhrenfernseher flimmern Beckenbauer, Breitner und Co. in den typisch kurzen 70er Jahre-Fußballhosen

„Die Schlachthoffestspiele der Zukunft sind eröffnet“, ruft Schack ins Publikum. Und fragt, wie den Leuten denn die neue Halle gefällt. Lauter Applaus ist die Antwort.

„Bisher haben wir nur Gutes gehört, sagt Schack. Die Gäste bestätigen das. „Das alte Feeling war sofort wieder da“, sagt Stefanie Voigt aus Wiesbaden. Olli Winkler, selbst schon länger Anhänger des Kulturzentrums, pflichtet bei. „Am Anfang war natürlich alles noch ein bisschen ungewohnt, aber das hat sich sehr schnell gelegt.“ Was natürlich auch an der Band liege. „Einfach super“, ruft eine andere Besucherin und stürzt sich ins Getümmel aus tanzenden, springenden Menschen. „Es ist einfach ein einziges großes Wiedersehen heute Abend“, bilanziert Geschäftsführer Schack. Die „Schlachter-Familie“, wie sich Fans und Freunde selbst gerne nennen, hat wieder ein Zuhause.

Vor der Bühne patrouillieren zwei Gorillas in Anzügen und Sonnenbrillen. Auf Stelzen und mit etwas zu breiten Schultern, als das sie echt sein könnten. Sie necken die Leute in den ersten Reihen. Die Security gesellt sich dazu. Auch das gehöre zum Schlachthof. „Hier geht es freundlich zu – wir haben unterdurchschnittlich wenige Zwischenfälle.“

Und am Freitagabend als „Frau Doktor“ die Bühne nach drei Stunden mit schnellen Rhythmen, Lichtshow und Konfettikanonen geräumt haben, ist noch lange nicht Schluss im Schlachthof. Die After-Show-Eröffnungsparty beginnt. Und die „Schlachter-Familie“ feiert weiter, bis in die frühen Morgenstunden.

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