1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Kritik an Hubertusmesse

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die Tierrechtsorganisation Peta bezeichnet kirchlichen Segen für Jäger als Heuchelei.

Von Mirjam Ulrich

Scharf kritisiert haben Tierschützer die Verantwortlichen der evangelischen Marktkirchengemeinde. Pfarrer Martin Fromme feierte gestern Nachmittag mit der Jägerschaft Wiesbaden in der Marktkirche zum dritten Mal eine Hubertusmesse. „Menschen für ein blutiges Hobby wie die Jagd den kirchlichen Segen zu geben, ist Heuchelei, weil dies der Ehrfurcht vor dem Leben widerspricht“, teilte Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei der Tierrechtsorganisation Peta Deutschland, mit.

Ausbeuten und Hüten

Den Jägern gehe es hauptsächlich um die Lust am Töten und den Trophäenkult. Die Hubertusmesse verfremde ihrer Meinung nach zudem die wahren Begebenheiten, denn der heilige Hubertus von Lüttich sei vom Jäger zum leidenschaftlichen Jagdgegner und Schutzpatron der Waldtiere geworden.

Die Gemeinde feierte diesen Zünfte-Gottesdienst besten Gewissens, sagte Pfarrer Martin Fromme. „Es geht nicht darum, das blutige Handwerk zu segnen, sondern Menschen.“ Jagd bedeute immer beides: Ausbeutung der Natur und Hüten der Natur. Diese Spannung habe er auch in seiner Predigt thematisiert.

Peta hält die Jagd für ungeeignet, um die Wildtierpopulation dauerhaft zu regulieren. Der Verein fordert ein Verbot der Hobbyjagd und appellierte an Kirchenvertreter, keine Messen mehr zur Segnung der Jäger zu feiern.

Auch interessant

Kommentare