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Der Wertekongress soll im Rhein-Main-Congresscenter stattfinden.
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Der Wertekongress soll im Rhein-Main-Congresscenter stattfinden.

Wiesbaden

Kritik am Wertekongress „Go for Gold“ in Wiesbaden

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Im September startet in Wiesbaden der Wertekongress. Eine Kampagne soll nun über die Ideologie einiger Redner aufklären, die der Verschwörerszene nahe stehen.

Vordergründig gehe es um Anlagestrategien, unterschwellig werde aber „ein Weltbild propagiert, das, wenn man es umsetzen würde, bedeuten würde, dass die Bundesrepublik mit ihrem Grundgesetz nicht mehr gelten“ könnte. Das sagt Fabian Jellonek vom Büro für demokratische Kommunikation und politische Bildung im Netz in einem Youtube-Beitrag über den sogenannten Wertekongress im Rhein-Main-Congresscenter (RMCC) in Wiesbaden. Für den 18. und 19. September hat der Wiesbadener Goldhändler Solit zu dem „Go for Gold-Wertekongress“ eingeladen, auf dem aktuelle Themen zu Weltwirtschaft und Notenbanken in Verbindung mit Gold als Kapitalanlage debattiert werden sollen. Neben renommierten Rednern wie Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des IFO-Instituts, dem Fußballschiedsrichter Lutz Wagner und Otmar Issing, Präsident des Center for Financial Studies und ehemaliges Kuratoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank, treten dort auch Personen auf, die bei Kennern der Rechtsextremen- und Verschwörerszene als hochproblematisch eingestuft werden. Insbesondere geht es um den Historiker und Publizisten Daniele Ganser und den Ökonomen Max Otte, der Vorsitzender des Kuratoriums der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung war. Als sogenannte Crash-Propheten würden sie Ängste vor einem gesellschaftlichen Zusammenbruch befeuern und das Vertrauen in demokratische Institutionen und Entscheidungsprozesse untergraben.

Die Wiesbadener Initiative „Moment mal! Aktion für eine offene Gesellschaft“ und die Organisation „Spiegelbild – Politische Bildung“ starten jetzt eine Kampagne, die über die ideologischen Hintergründe und das politische Umfeld des Wertekongresses informieren soll. Sie beginnt am kommenden Freitag und soll bis zum Tag der Veranstaltung andauern. Podcasts, Hintergrundtexte und Videos mit Kennern der Szene sollen eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglichen.

Die Solit-Gruppe weist die Kritik an der Referentenauswahl zurück. Der Kongress sei keine politische Veranstaltung, sondern rein ökonomisch motiviert, teilt das Unternehmen mit. Als Verkäufer von Edelmetallen sei es selbstverständlich, „das für den Kauf von Edelmetall relevante Meinungsspektrum vorzustellen“. Solit sehe es als selbstverständlich an, dass in Wiesbaden „kontrovers debattierte Themen … vorgetragen werden dürfen“. Dies betrachten die Kritiker mit Skepsis. Auf Initiative des Bündnis für Demokratie haben Gespräche mit Vertreter:innen des RMCC für ein Leitbild begonnen, die noch nicht abgeschlossen sind.

Die Kampagnenseite wird am Freitag, 27. August freigeschaltet und ist unter www.falsche-propheten.gold zu finden. Das Vorstellungsvideo gibt es unter https://youtu.be/d_TKBCCix9k

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