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Im und am historischen Teil des alten Gerichtsgebäudes wird gearbeitet. Ende 2021 soll dort das Kreativzentrum öffnen.

Wiesbaden

Kreativzentrum soll planmäßig öffnen

  • vonDiana Unkart
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Corona erschwert Finanzierung des Projekts in Wiesbaden, doch die Macher sind zuversichtlich. Große Unternehmen in der Stadt unterstützen das Vorhaben.

Wer an Start-ups, an eine innovative Gründerszene, an dynamische Unternehmen und eine vielfältige Hochschullandschaft denkt, dem kommt vermutlich nicht zuerst Wiesbaden in den Sinn. Dabei hat die Stadt all das zu bieten. Nur müsse man die Standortvorteile deutlicher herausstellen, befindet Friedemann Götting, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wiesbaden. Die Landeshauptstadt soll als Standort für Gründer bekannter werden. „Wir brauchen einen Leuchtturm im Wettbewerb um kreative Köpfe.“ Das Alte Gericht, ein denkmalgeschützter Bau in bester Innenstadtlage, soll dieser Leuchtturm werden.

Dominik Hofmann hat Visionen. Vor acht Jahren hat er mit einem Partner den Heimathafen gegründet und zu einem Treffpunkt für viele Menschen, nicht nur für Gründer, in der Stadt gemacht. Nun will er, keine 300 Meter vom Heimathafen entfernt, im Alten Gericht einen Anlaufpunkt für jene schaffen, „die sich nicht vom Historismus, sondern vom Futurismus angezogen fühlen“. Betrieben werden soll das Kreativ- und Innovationszentrum von einer gemeinnützigen Gesellschaft, entstehen soll es auf drei Etagen und rund 1800 Quadratmetern im historischen Teil des ehemaligen Gerichtsgebäudes. Die Arbeiten an der Fassade und im Gebäudeinneren haben vor einigen Monaten begonnen. Gebaut werden Eventräume, Coworking-Areale, ein Zukunftslabor, Gründerzentren, Cafés, Räume für Kunst und Kultur.

Das Gericht sei immer ein öffentliches Gebäude gewesen und solle es bleiben. Die Hochschule Fresenius hat auf demselben Gelände einen Campus errichtet und will ihn zusammen mit dem Heimathafen zum Gründercampus ausbauen. In den vergangenen Jahren sei viel Bewegung in Wiesbadens Gründerszene gekommen, sagt Hofmann. Unternehmen seien entstanden, die inzwischen Millionenumsätze erwirtschafteten. Jetzt habe die Stadt die einmalige Chance, diese Szene zu etablieren. Der Dialog mit ihr befinde sich in den Anfängen und müsse mit Priorität verfolgt werden.

Die IHK-Vollversammlung hat sich kürzlich noch einmal für ein Kreativzentrum am Standort Altes Gericht ausgesprochen. „Es ist für uns eine Zukunftsfrage“, sagt Friedemann Götting. Die Arbeitswelt verändere sich, und Wiesbaden wolle und müsse junge Menschen in der Stadt halten, bislang punkte sie bei dieser Gruppe nicht. Junge Kreative gingen lieber nach Berlin.

Die Stadt Wiesbaden unterstütze das Projekt, teilt das Wirtschaftsdezernat mit. Die Anschubfinanzierung in Höhe von 160 000 Euro sei gesichert, für 2020/21 ein weiterer Zuschuss im Haushalt eingeplant. Der Magistrat hatte schon 2018 beschlossen, sich für das Kreativ- und Innovationszentrum einzusetzen.

Corona habe die Finanzplanungen über den Haufen geworfen. „Wir sind in einer spannenden Phase“, sagt Dominik Hofmann. Derzeit liefen viele Gespräche mit großen ortsansässigen Unternehmen, Kreativen und Investoren, die sich aus phil-anthropischen Motiven einbringen wollen. Hofmann ist optimistisch: „Die Pläne für das Alte Gericht stehen.“ Es gebe viele Stimmen in der Stadt, die sagten, das Vorhaben dürfe nicht unter den Tisch fallen. Ende 2021 sollen die Räume bezugsfertig sein.

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